1978 – „London Town“

London Town

Veröffentlicht:  27. März 1978
LP: EMI 1C 064 – 60521 (Deutschland)
CD: EMI 0777 7 89265 2 8 (Digitally Remastered)

Titel:
London Town / Cafe On The Left Bank / I’m Carrying / Backwards Traveller / Cuff Link / Children Children / Girlfriend / I’ve Had Enough / With A Little Luck / Famous Groupies / Deliver Your Children / Name And Address / Don’t Let It Bring You Down / Morse Moose And The Grey Goose
Bonus Tracks auf der remasterten CD: Girls‘ School / Mull Of Kintyre

Nach zwei ereignisreichen Jahren mit etlichen Studioaufnahmen und einer ausgedehnten, weltumspannenden Konzertreise gönnten sich die Wings ein Vierteljahr Pause. Am 7. Februar 1977 öffneten sich für Paul McCartney und Band dann wieder die Türen der Abbey Road Studios. Zwischendurch verließen Paul und Linda England für einen zweiwöchigen Jamaica-Urlaub. Zwar wurden die Sessions in London fortgesetzt, doch inspiriert von ihrem eigenen Aufenthalt in der Karibik und einer Anregung von Hausboot-Besitzer Denny Laine (und auch Rod Stewart und die von George Martin produzierten „America“ nahmen Alben zu Wasser auf) machten sich die Wings nach Lagos, Nashville und New Orleans abermals auf, an einem exotischen Ort ein neues Album einzuspielen. So reisten sie Anfang Mai zur Watermelon Bay auf den Virgin Islands. McCartney charterte die Yacht „Fair Carol“ und ließ vom New Yorker Record Plant Studio ein mobiles 24-Spur-Studio installieren.

Innerhalb von vier Wochen nahmen die Wings insgesamt neun Songs auf, von denen es sieben auf das Album schafften. Das in Fankreisen viel gelobte „Waterspout“ und Denny Laines „Find A Way“ bleiben bis heute unveröffentlicht. Nach dem Aufenthalt in der Karibik legte die Gruppe eine Pause ein. Erst im August kehrten die Wings in die Abbey Road Studios zurück, um „Mull Of Kintyre“ aufzunehmen. Während einer weiteren Auszeit vor den nächsten Sessions, die von Ende Oktober bis Mitte Dezember 1977 andauerten, wurden Paul und Linda McCartney Eltern ihres einziges Sohnes James. Auch innerhalb der Band gab es eine personelle Veränderung: Die so erfolgreiche Besetzung der Wings schrumpfte um zwei Mitglieder. Schlagzeuger Joe English zog es in seine US-amerikanische Heimat zurück und Leadgitarrist Jimmy McCulloch entschied sich, fortan Gitarrist der Small Faces zu sein. Nach eigener Aussage genoss er zwar die Zeit mit den Wings und lernte von Menge von Paul McCartney, doch sah er nun die Zeit gekommen, etwas Neues zu beginnen. Die wahren Gründe waren wohl eher unschöner Natur. McCullochs Drogensucht stellte die Wings ein ums andere Mal vor problematische Situationen, so dass es aus professioneller Sicht besser war, ohne ihn weiterzumachen. Auf diese Weise waren Wings Mk. VI wieder ein Trio. Paul, Linda und Denny brauchten im Januar 1978 nur noch wenige Wochen, bis das Album „London Town“ fertig abgemischt war.

Der Titelsong „London Town“ war gleichzeitig die erste auf der „Fair Carol“ vollendete Aufnahme. Bei diesem Song  – wie auch mehrheitlich auf dem ganzen Album – wird McCartneys offenbar angeborener Melodienreichtum deutlich. Instrumentaler und stimmlicher Wohlklang (sowohl Leadstimme als auch Harmoniegesang) vertont einen Text, in dem McCartney Impressionen des Alltagslebens in der Metropole London schildert. Dieser Song entstand zwar 1975 während der Australien-Tour in Perth und dennoch wirken die Verse sehr realistisch und genau beobachtet. Die entspannte und verträumte Ballade erfährt mit einem Slidegitarrensolo von Jimmy McCulloch einen Tempowechsel und verleiht dem Song so eine sehr interessante Note. „London Town“ stellt zugleich die erste von fünf Gemeinschaftskompositionen auf diesem Album von Paul McCartney und Denny Laine dar („London Town“, „Children, Children; Deliver Your Children“, „Don’t Let It Bring You Down“ und „Morse Moose And The Grey Goose“).

McCullochs Gitarrenkünste tragen auch wesentlich dazu bei, das „Cafe On The Left Bank“ zu den Highlights des Albums gerechnet werden kann. Wenn „London Town“ auch keinen Rocker von Format eines „Beware My Love“ zu bieten hat, so gehört „Cafe On The Left Bank“ doch zu den temporeicheren Nummern. Textlich charakterisiert McCartney ein weiteres Mal das Leben in seinem Heimatland:

„Cafe on the left bank, ordinary wine
Touching all the girls with your eyes.
Tiny crowd of Frenchmen round a TV shop
Watching Charles de Gaulle make a speech.

Dancing after midnight, sprawling to the car
Continental breakfast in the bar.
English-speaking people drinking german beer
Talking far too loud for their ears.“

„I’m Carrying“ setzt die Tradition einfühlsamer McCartney-Balladen im Stil von „Yesterday“, „For No One“ oder „I Will“ fort. Ähnlich wie bei den Klassikern aus Beatles-Zeiten wird McCartneys Stimme und Akustikgitarre von einem Streicherensemble begleitet. Das Arrangement dieser harmonischen Komposition ist geradlinig und schafft durch die Geräusche, die das Auf- und Abgleiten auf den Gitarrensaiten verursacht, eine direkte und intime Atmosphäre.

Mit „Backwards Traveller/Cuff Link“ schließt sich ein aus zwei Songs bestehendes Medley an. „“Backwards Traveller“ wurde in Abwesenheit von Jimmy McCulloch und Joe English aufgenommen – das Schlagzeug übernahm, wie so oft in derartigen Fällen, Paul McCartney selbst. Wenn der ehemalige Beatle hier auch von alten Seemannsliedern und Traditionals wie „Auld Lang Syne“ singt, so wirkt der in die Vergangenheit gewandte Blick des „Backward Traveller“ wie eine Charakterisierung des Live-Künstlers Paul McCartney seit den späten 80ern Jahren, denn seit dieser Zeit bestehen seine Auftritte mehrheitlich aus seinen Songs der Beatles-Zeit. Gleichwohl muss relativierend gesagt werden, dass der überwiegende Teil der Konzertbesucher genau diese Titel hören will. Zurück zum Song: „Backwards Traveller“ hat eine Laufzeit von gerade mal knapp über eine Minute und wird getragen von mächtigen Akustikgitarren, Spielereien auf dem Moog-Synthesizer und dem kräftigen Gesang McCartneys. Die eher einfache Melodie scheint sich nicht für einen 4-minütigen Song zu eignen und so schließt sich auch schnell „Cuff Link“ an, ein ebenfalls unspektakuläres Instrumental-Stück von der Sorte, die einem immer wieder auf McCartneys Solo-Alben als Füllsel begegnen. Man könnte klagen über musikalische Meterware, wenn die beiden Songs in ihrer Verbindung und ihren technischen Tricks nicht wieder durchaus reizvoll wären und somit zur Vielfalt von „London Town“ beitragen.

Zu seinem ersten Gesangspart kommt Denny Laine bei „Children Children“. Die Wings setzten sich hier elegant über gängige Konventionen der Rockmusik hinweg und fabrizierten ein (nomen est omen) mit Folkelementen angereichertes Kinderlied. Was einst bei „Mary Had A Little Lamb“ eher peinlich wirkte und McCartneys Ruf nachhaltig schädigte, erreicht hier eine überzeugende Leichtigkeit und Frische. Denny Laine ließ sich zu diesem Song von einem kleinen Wasserfall in McCartneys Garten inspirieren und entwickelte um diese Szene einen Text, in dem das Versteckspiel von (seinen) Kindern im Mittelpunkt steht. Dieser Song trug ursprünglich den Titel „Laine And Heidi“, benannt nach Dennys Sohn und Tochter. Co-Autor McCartney fand das jedoch zu sentimental und schlug den neuen Titel „Children Children“ vor. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Paul McCartney auf diesem Song auch die Violine spielt.

Die McCartney-Jackson-Verbindung findet ihren Ursprung auf dem „London Town“-Album – genauer gesagt beim Song „Girlfriend“. Michael Jackson coverte das Stück für sein 1979er Album „Off The Wall“ und machte „Girlfriend“ auf diese Weise zum mit Abstand erfolgreichsten Song von „London Town“. Gesanglich befindet sich McCartney im ungewohnten Falsett-Bereich, was er später immer mal wieder wagte. 1978 erreichte er diese Töne spielend und das Gesangsarrangement mag einer der Gründe sein, die Jackson bewogen, davon eine eigene Version aufzunehmen. Insgesamt ist der Song clever arrangiert, wirkt auf Dauer allerdings ein wenig nervig – der einfältige Text tut sein Übriges. Mit dem rockigen Mittelteil bleibt da nur ein kleiner Lichtblick.

„I’ve Had Enough“ ist der konsequenteste Rocksong des Albums und wurde mit mittelprächtigem Erfolg als Single ausgekoppelt  – höchste Position: Platz 25 in den USA. Rock-Attitüde um ihrer selbst Willen taugt jedoch nicht viel und so kann auch „I’ve Had Enough“ nicht auf ganzer Linie überzeugen. McCartney selbst gab zu Protokoll, dass „I’ve Had Enough“ auf eine Jam-Session auf den Virgin Islands zurückgeht. Als die Band nach London zurückkehrte, gab es nicht viel mehr als den Refrain und den markanten Gitarrenriff. „I’ve Had Enough“ wurde dann in wenigen Schritten in die hier vorliegende Form gebracht. Nicht, dass das Niveau des Albums hier ins Bodenlose fällt, aber zu den Glanzlichtern im Oevre McCartneys zählt „I’ve Had Enough“ sicher nicht.

Während „I’ve Had Enough“ noch Ecken und Kanten und wenigstens ein schneidiges Gitarrensolo hatte, kommt „With A Little Luck“ als überaus geglätteter Popsong daher. Dennoch stellt „With A Little Luck“ den populärsten McCartney-Song von 1978 dar – Nummer 1 in den USA und Platz 5 in England. „With A Little Luck“ ist aus der McCartney-Schmiede für Ohrwürmer, die man nicht so schnell los wird. Im Gesamtbild wirkt der Song jedoch zu weich und unbedeutend.

Sehr viel erfreulicher geht es mit „Famous Groupies“ weiter. Paul McCartney – so ist es überliefert – war zu Beatleszeiten derjenige, der die meisten weiblichen Fans „vernaschte“. Insofern kann McCartney aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen und hätte eine Menge Dinge zum Thema Groupies erzählen können. Doch bei „Famous Groupies“ beschränkt er sich wohl aus Selbstschutz auf eine humorvoll dargebotene Geschichte von fiktiven Musikern, Roadies und eben jenen willigen Damen – den Groupies. Musikalisch sind in dieser fröhlichen Nummer, die sofort mit dem schmissigen Refrain beginnt, Folk- und Countryeinflüsse zu hören. Nach der Offenbarung der delikaten Stories schließt McCartney den Text mit einer ungeheuer wortgewaltigen Salve ab:

„Ladies and gentlemen, those magnificent examples of
Female pulchritude and luminosity, direct from their
Global perambulations to the very boards of this
Supremely magnificent proscenium arch
Ladies and gentlemen I give you: famous groupies!!“

Denny Laine – übernehmen Sie! Und McCartneys musikalischer Partner machte seine Sache wieder recht gut. Laine begann mit dem Schreiben dieses Songs zu „Venus And Mars“-Zeiten und ließ sich nun von Paul McCartney helfen, diese Komposition zu vollenden. „Deliver Your Children“ lebt von dem lebhaften Spiel und dem vollen Klang der akustischen Gitarren. McCartney und Laine übernehmen die Hauptstimmen und sind auch im schönen Harmoniegesang zu hören. In vielerlei Hinsicht sind sich „Children Children“ und „Deliver Your Children“ ähnlich und zeugen davon, dass Denny Laine seinerzeit sehr ausgeglichen war und sich auf seinem kreativen Höhepunkt befand. Auch hier gibt es eine interessante Textstelle, in der von einer Frau erzählt wird, die den ganzen Tag an der Waschmaschine verbringt und immer dann verschwindet, wenn es an die „ehelichen Pflichten“ geht:

„Well, I had me a woman, she was good and clean
She spent all the day with the washing machine
But when it came to lovin‘ she was never around
She was out getting dirty all over town.“

„Name And Address“ ist eine deutliche Verbeugung vor dem Rockabilly und Rock’n’Roll der 50er Jahre. Der Song wirkt frisch, direkt und authentisch „retro“ – sieht man mal von Wings-typischen Refrain ab. McCartney übernahm für diese Aufnahme wieder Schlagzeug, Leadgitarre und Bass. Nicht zuletzt eben jenes Instrument trägt zur Authentizität von „Name And Address“ bei. Schließlich spielte der Ex-Beatle die Aufnahme mit dem Original-Bass von Elvis‘ Ur-Bandmusiker Bill Black ein. Linda McCartney schenkte dieses historische Instrument ihrem Mann zum Weihnachtsfest 1974. Das abrupte Ende von „Name And Address“ verleiht dem Song schließlich den Charakter einer Live-Einspielung.

Zwei der interessantesten Songs dieses Albums bilden den Abschluss. Zunächst lässt „Don’t Let It Bring You Down“ aufhorchen – 1975 in einem Hotelzimmer in Aberdeen/Schottland geschrieben. Mit McCartneys ruhigem Gesang baut sich der Song verhalten auf. Nachdem er sich aus tiefer Tonlage eine Oktave höher bewegt und den kurzen Refrain zum zweiten Mal hinter sich gelassen hat, setzt die Instrumentalbegleitung mit Macht und Atmosphäre bemerkenswerte Akzente. Im Text geht es ganz dem McCartneyschen Optimismus entsprechend darum, sich von den Widrigkeiten des Lebens nicht entmutigen zu lassen.

Das Stakkato von Gitarre und Orgel leiten „Morse Moose And The Grey Goose“ ein. Der offiziell letzte Song des Albums ist in gewissen Weise ein Abkömmling von Funk, Disco, Folk und Rock, lässt sich aber in keinem Fall auf seine einzelnen Ingredienzien reduzieren. „Morse Moose“ ist überaus komplex arrangiert. So beginnt es basslastig mit treibenden Funkrock-Beats und McCartneys energiegeladenen Gesang, bevor dann nach rythmischem Wechsel der Song mit verwegen dargebotenen Folk seine Fortsetzung findet. Über die komplette Songlänge setzt McCartney einen experimentellen Morse-Soundeffekt ein, der nicht auf die Nerven fällt, sondern dem Titel eine weite interessante Zutat liefert. Auf der Zielgeraden endet der Song wieder so, wie er begonnen hat und schließt nach viel Abwechslung mit einem beinahe orchestralen Finale.

Die beiden Bonustracks der remasterten Ausgabe von „London Town“ bestehen aus der bereits im November 1977 veröffentlichten „Double A-Side“-Single „Girls‘ School“ und „Mull Of Kintyre“, wobei Letzterer freilich der erfolgreichere Titel war. Doch zunächst „Girls‘ School“: Hier zeigen sich die Wings nicht übermäßig spektakulär, aber sehr solide und knackig rockend. Aufgenommen wurde „Girls School“ im Februar 1977, geschrieben jedoch schon im Spätsommer 1976. McCartney machte Urlaub auf Hawaii und ließ sich von Zeitungsanzeigen für schlüpfrige Filme inspirieren, die Namen trugen wie „School Mistress“, „Curly Haired“, „Kid Sister“ oder „The Woman Trainer“. Er fand die Filmtitel interessant und baute sie allesamt in den Songtext ein.

„Mull Of Kintyre“ verkaufte sich millionenfach und löste „She Loves You“ von den Beatles als Englands erfolgreichste Single aller Zeiten ab. Dieser Rekord wurde erst 1984 von Band Aid mit „Do They Know It’s Christmas“ gebrochen (und auch hier war McCartney beteiligt). Nach wie vor bleibt „Mull Of Kintyre“ jedoch die erfolgreichste Single aller Zeiten, die nicht für wohltätige Zwecke veröffentlicht wurde. Geschrieben wurde der Titel von Paul McCartney und Denny Laine. Kintyre ist eine schottische Halbinsel, die zur Region Argyll gehört. Zum Ende der Beatles-Zeit kam es McCartney gelegen, sich in eine Gegend zurückziehen zu können, die fernab lag von der Hektik Londons und vom Leben einer der berühmtesten Persönlichkeiten des Planeten. Schon Mitte der 60er Jahre kaufte er sich auf Kintyre eine Farm und teilte schließlich mit seiner 1998 verstorbenen Frau Linda eine große Begeisterung und Liebe für diesen Teil Großbritanniens. Noch heute zieht er sich zuweilen auf das pittoreske Eiland zurück. 1977 verspürte McCartney den Wunsch, dieser Liebe in einem Song Tribut zu zollen. So schrieb er einen Text über seine Freude, auf Kintyre zu sein, die Schönheit der Landschaft und über die Sehnsucht, dorthin zurückzukehren, wenn er sich in einem anderen Teil der Welt befindet.

„Mull of Kintyre
Oh mist rolling in from the sea
My desire is always to be here
Oh Mull of Kintyre.

Far have I traveled and much have I seen
Dark distant mountains with valleys of green.
Past painted deserts the sunsets on fire
As he carries me home to the Mull of Kintyre.“

Die Arbeit an „Mull Of Kintyre“ begann bereits 1974 und wurde 1977 mit der Unterstützung von Denny Laine vollendet. Musikalisch ist „Mull Of Kinytre“ mit seinem Dreivierteltakt und den Dudelsack-Klängen nicht gerade ein typisches McCartney-Stück. Doch wenn man sich erst einmal darauf einlässt, dann passt alles zusammen. „Mull“ vermittelt extakt die Stimmung, die McCartney ursprünglich vorschwebte. Die Dudelsäcke wurden von der lokalen Campbeltown Pipe Band eingespielt. Auch auf sie musste Paul McCartney Rücksicht nehmen, da Dudelsäcke nur in bestimmten Tonarten spielen können. Zu dieser Zeit hatte zwar Jimmy McCulloch die Band schon verlassen, doch Joe English war noch auf dieser Aufnahme vertreten. Linda McCartney war seinerzeit mit Sohn James schwanger, was die Aufnahmen kurzzeitig unterbrach, beinahe jedoch hätte „Mull Of Kinytre“ nie das Licht der Öffentlichtkeit erblickt. McCartney war sich ob einer Veröffentlichung unsicher, denn 1977 war eine Zeit, in der Punk die verkrusteten Strukturen der Rock- und Popmusik zerschmetterte. Zu dieser Zeit einen Folk-Walzer wie „Mull Of Kinytre“ zu herauszubringen, das barg schon ein begründetes Risiko. Doch als Single im November 1977 in die Läden kam, dauerte es nicht lange und sie beanspruchte die Spitzenposition der Charts in einer ganzen Reihe von Ländern – auch in Deutschland und sogar in Australien. In den USA konnte sich „Mull Of Kintyre“ allerdings nicht durchsetzen, Weil McCartney das ahnte, erklärte er „Girls‘ School“ und „Mull Of Kintyre“ zur „Double A-Side“-Single, konnte „Girls School“ doch zeigen, dass die Wings sehr wohl in der Lage waren zu rocken. Doch in den USA wurde auch „Girls School“ kein Top-Hit und erreichte lediglich Rang 33.

Als Denny Laine Mitte der 1980er Jahre seine Bankrotterklärung abgeben musste, verkaufte er seine Co-Autorenrechte an Paul McCartney, was einer der Gründe war, die die Beziehung zwischen den Beiden lange Jahre belastete. Erst Ende 2007 begann eine erste Wiederannäherung.

Das Frontcover von „London Town“ zeigt die erneut zum Trio geschrumpften Wings vor der London Bridge, während die Rückseite die sommerliche und entspannte Atmosphäre während der Aufnahmen auf der Fair Carol repräsentiert. Der Schallplatte waren Songtexte und ein beidseitig bedrucktes Poster beigefügt.

Anspieltipps:

London Town / Cafe On The Left Bank / I’m Carrying / Famous Groupies / Morse Moose And The Grey Goose

Bewertung:

Pressestimmen:

“ ‚London Town‘ is (…) a fine album, with McCartney producing odd flashes of his undoubted genius.“    – New Musical Express, 1. April 1978

Ein Kommentar zu 1978 – „London Town“

  1. Lionel Knüpling Blockwinkel 27 27251 Scholen sagt:

    Sehr gutes unterschätzes Album

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