{"id":402,"date":"2014-01-30T19:12:32","date_gmt":"2014-01-30T19:12:32","guid":{"rendered":"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=402"},"modified":"2014-03-03T06:48:26","modified_gmt":"2014-03-03T06:48:26","slug":"1970-john-lennonplastic-ono-band","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=402","title":{"rendered":"1970 &#8211; &#8222;John Lennon\/Plastic Ono Band&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 300px; height: 300px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/jl_plasticonoband.jpg\" \/><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>John Lennon \/ Plastic Ono Band<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 11. Dezember 1970<br \/>\nLP: Apple 1C 062 &#8211; 04 703 (Deutschland)<br \/>\nCD: EMI 7243 5 28740 2 6 (Digitally remixed and remastered)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Titel:<br \/>\nMother \/ Hold On \/ I Found Out \/ Working Class Hero \/ Isolation \/ Remember \/ Love \/ Well Well Well \/ Look At Me \/ God \/ My Mummy&#8217;s Dead<br \/>\nBonus Tracks auf der remasterten CD: Power To The People \/ Do The Oz<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesem Album hatte das Genie John Lennon den Wahnsinn von &#8222;Two Virgins&#8220;, &#8222;Life With The Lions&#8220;, &#8222;Wedding Album&#8220; und der B-Seite von &#8222;Live Peace In Toronto&#8220; einschneidend hinter sich gelassen. &#8222;John Lennon \/ Plastic Ono Band&#8220; markiert den eigentlichen Beginn der Solokarriere des Ex-Beatles und gilt f\u00fcr viele Fans und Kritiker als sein bestes Album. Wie viele K\u00fcnstler (besonders auff\u00e4llig auch bei Paul McCartney) entstanden auch bei John Lennon die \u00fcberzeugensten Arbeiten unter dem Eindruck pers\u00f6nlichen Leids. Doch wie kam es zu diesem Meisterwerk?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz vor Beginn des &#8222;Fluxfest 1970&#8220;, bei dem John und Yoko \u00fcber neun Wochen eine Serie von Fluxus-Aktionen pr\u00e4sentierten, waren bereits Kontakte zum Psychologen Arthur Janov in Kalifornien gekn\u00fcpft. Bei ihm wollten sich John Lennon und Yoko Ono einer &#8222;Urschreitherapie&#8220; unterziehen. Insbesondere John hoffte, sich durch diese radikale Methode von seinen Neurosen befreien zu k\u00f6nnen. Janovs Buch &#8222;The Primal Scream&#8220; beschreibt, dass Neurosen ihre Ursachen in schmerzhaften Kindheitserlebnissen haben. Lennon las Janovs Buch, erkannte darin sich selbst sowie die unterdr\u00fcckten und damit nicht verarbeiteten Depressionen seiner Kindheit und Jugend. F\u00fcr die Dauer der Therapie &#8211; f\u00fcnf Monate, von April bis August 1970 &#8211; gab es nur selten \u00f6ffentliche Auftritte der Lennons.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die unerbittliche Konfrontation mit der ungl\u00fccklich verlaufenen Beziehung zur Mutter und deren gewaltsamen Tod sowie mit dem Vater, der ihn in fr\u00fchester Kindheit verlie\u00df und erst wieder auftauchte, als John Lennon ein Weltstar war, reinigte und befreite Johns Psyche. Aber auch die zerbrochene Ehe mit Cynthia und die Beatles-Vergangenheit wurden zu zentralen Themen der Therapie-Sitzungen. So war es f\u00fcr ihn nach monatelanger Abstinenz als Songschreiber nur selbstverst\u00e4ndlich, die Erfahrungen aus der Prim\u00e4rtherapie in neuen Kompositionen zu verarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen August und September nahm Lennon die neuen Songs auf. Die Plastic Ono Band war diesmal im Wesentlichen ein Trio und bestand aus John Lennon (Gitarre, Piano, Gesang), Klaus Voormann (Bass) und Ringo Starr (Schlagzeug). Nur auf zwei Songs (&#8222;Love&#8220; und God&#8220;) \u00fcbernahmen Phil Spector (der das Album produzierte) bzw. Billy Preston das Piano.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unheilvoll dr\u00f6hnt die Totenglocke (die \u00e4hnlich 10 Jahre sp\u00e4ter in AC\/DC&#8217;s &#8222;Hell&#8217;s Bells&#8220; erklingt) am Beginn von &#8222;Mother&#8220; und die Vorw\u00fcrfe und das gleichzeitige Flehen an die Eltern sind deutlich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Mother, you had me<br \/>\nBut I never had you&#8220;<br \/>\n&#8230;<br \/>\n&#8222;Father, you left me<br \/>\nBut I never left you&#8220;<br \/>\n&#8230;&#8220;<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Mama don&#8217;t go<br \/>\nDaddy come home!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tod von Johns Mutter Julia blieb zeitlebens seine schmerzhafteste Erinnerung, die er sich &#8211; in eine Art Kinderlied verpackt &#8211; in &#8222;My Mummy&#8217;s Dead&#8220; eingesteht. Dass dieses Thema Anfang und Schluss des Albums ausmacht, zeigt, welche Bedeutung der Verlust der Eltern f\u00fcr John Lennon hatte. &#8222;I Found Out&#8220; ist gewisserma\u00dfen das unmittelbare Auskotzen der Janov-Theorien, die herausgeschrieene Erkenntnis, viele Dinge entlarvt zu haben, die ihm vermeintlich Wohlbefinden bescheren: Fans, Jesus, Gurus, Drogen und sogar sein ehemaliger musikalischer Partner Paul McCartney. Die ultimative Abrechnung &#8211; und auch da taucht im Grunde McCartney wieder auf &#8211;\u00a0 erfolgt in dem vielleicht eindrucksvollsten Song des Albums &#8222;God&#8220;. In einer langen Liste schw\u00f6rt er spirituellen F\u00fchrern und deren Allheilmitteln ab und wettert schlie\u00dflich gegen Ikonen der Popmusik, was am Ende im Satz gipfelt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;I don&#8217;t believe in Beatles<br \/>\nJust believe in me, and that&#8217;s reality&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Versucht man, Lennon hier zu interpretieren, so liegt es nahe, dass f\u00fcr ihn Gott lediglich einen Platzhalter darstellte f\u00fcr die Orientierung in moralischen und seelischen Fragen. Der Glaube ist es (auch der Glaube an sich selbst, s.o.), aus dem Kraft gesch\u00f6pft werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;God is a concept<br \/>\nBy which we measure our pain&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch die Bandbreite der Stimmungen auf &#8222;John Lennon \/ Plastic Ono Band&#8220; ist weit gef\u00e4chert. &#8222;Love&#8220; ist bespielsweise eine Ballade von atemberaubender Sch\u00f6nheit und Einfachheit und auch bei &#8222;Look At Me&#8220; herrscht aufgrund der instrumentalen Gestaltung (wieder im Stil von &#8222;Julia&#8220;, 1968) romantische Stimmung vor, obgleich der Text von Sinnfragen und Selbstzweifel gepr\u00e4gt ist. Besonders eindringlich ist &#8222;Isolation&#8220;. Hier hadert Lennon mit seiner Rolle als Sprecher seiner Generation. Er will mit Yoko zwar die Welt ver\u00e4ndern, st\u00f6\u00dft jedoch h\u00e4ufig auf Unverst\u00e4ndnis und Feindseligkeit wobei er einsieht, dass diese Reaktion nur menschlich ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;I don&#8217;t expect you to understand<br \/>\nAfter you caused so much pain,<br \/>\nBut then again, you&#8217;re not to blame<br \/>\nYou&#8217;re just a human, a victim of the insane.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Well, Well, Well&#8220; wirkt dagegen wie eine Mischung aus schwerem Blues und Punk-Vorl\u00e4ufer. In &#8222;Remember&#8220;, basierend auf einer montonen Grundstruktur, die bereits bei den &#8222;Get Back&#8220;-Sessions der Beatles im Januar 1969 auftauchte, scheint Lennon an die Generation zu appellieren, die mit ihm \u00e4lter geworden ist, nicht den Idolen der Vergangenheit nachzueifern, sondern im Hier und Jetzt zu leben. Wenn der geneigte H\u00f6rer dies verstanden hat, dann erkl\u00e4rt sich auch der Satz, der den ganz im Bob Dylan-Stil vorgetragenen &#8222;Working Class Hero&#8220; (eine Anklage, wie schon als Kind die freie Pers\u00f6nlichkeitsentfaltung beschnitten wird) abschlie\u00dft:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;If you want to be a hero \/<br \/>\nWell, just follow me&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei diesem Album stimmt schlichtweg von vorne bis hinten alles. Es ist sicher nicht vermessen, \u00fcber den Beatles-Tellerrand hinausschauend zu urteilen, dass es kaum ein Werk in der Pop- und Rockmusik gibt, dass derart pers\u00f6nlich und von solcher Intensit\u00e4t ist. Ein ganz gro\u00dfer Pluspunkt ist dar\u00fcber hinaus auch die sparsame Begleitung durch Bass und Schlagzeug. Direkt und ohne Spielereien. Nebenbei bemerkt: Spa\u00df konnte die Plastic Ono Band bei diesen Aufnahmen dennoch haben: Auf dem Schwarzmarkt kursiert beispielsweise eine Aufnahme mit einem umwerfend komischen Medley von &#8222;Honey Don&#8217;t \/ Don&#8217;t Be Cruel \/ Matchbox&#8220;. Man kann davon ausgehen, dass die gel\u00f6ste Stimmung, die hier r\u00fcberkommt, dringend n\u00f6tig war um mit dem schwerm\u00fctigen Material des Albums umgehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden Bonus-Tracks der CD stammen von Singles. &#8222;Power To The People&#8220; ist einer der Songs, die Lennon-typisch im Eilverfahren geschrieben, aufgenommen und ver\u00f6ffentlicht wurden. Dieser zweifellos mitrei\u00dfende Song wurde am 22. Januar 1971 aufgenommen und gibt einen leichten Vorgeschmack auf den Polit-Rock auf &#8222;Some Time In New York City&#8220; (1972). &#8222;Do The Oz&#8220; war die B-Seite der Single &#8222;God Save Us&#8220;, allerdings sind beide Songs eher belanglos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anspieltipps:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mother \/ Working Class Hero \/ Isolation \/ Love \/ God<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bewertung:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><big><small><small><span style=\"font-family: Arial;\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 16px; height: 16px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/john.gif\" \/><img decoding=\"async\" style=\"width: 16px; height: 16px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/john.gif\" \/><img decoding=\"async\" style=\"width: 16px; height: 16px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/john.gif\" \/><img decoding=\"async\" style=\"width: 16px; height: 16px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/john.gif\" \/><img decoding=\"async\" style=\"width: 16px; height: 16px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/john.gif\" \/><\/span><\/small><\/small><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pressestimmen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8220; &#8218;Reborn&#8216; after smack and The Beatles.&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; Q Magazine<br \/>\n&#8220; Upon release it was hailed as the best solo Beatle release yet, and to this day stands as arguably John&#8217;s most consistant effort.&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; Eight Arms To Hold You (Madinger \/ Easter)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>John Lennon \/ Plastic Ono Band Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 11. 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