{"id":393,"date":"2014-01-30T19:09:16","date_gmt":"2014-01-30T19:09:16","guid":{"rendered":"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=393"},"modified":"2014-03-03T06:53:42","modified_gmt":"2014-03-03T06:53:42","slug":"1973-mind-games","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=393","title":{"rendered":"1973 &#8211; &#8222;Mind Games&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 300px; height: 300px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/mind.jpg\" \/><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Mind Games<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 16. November 1973<br \/>\nLP: Apple 1C 062 &#8211; 05 491 (Deutschland)<br \/>\nCD: EMI 7243 5 42425 2 6 (Digitally remixed and remastered)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Titel:<br \/>\nMind Games \/ Tight A$ \/ Aisumasen (I&#8217;m Sorry) \/ One Day (At A Time) \/ Bring On The Lucie (Freda People) \/ Nutopian International Anthem \/ Intuition \/ Out The Blue \/ Only People \/ I Know (I Know) \/ You Are Here \/ Meat City<br \/>\nBonus Tracks auf der remasterten CD: Aisumasen (I&#8217;m Sorry) &#8211; Home Version \/ Bring On The Lucie (Freda People) &#8211; Home Version \/ Meat City &#8211; Home Version<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Aufnahmen zu &#8222;Some Time In New York City&#8220; und auch danach musste sich John Lennon mit einer Reihe von Problemen besch\u00e4ftigen. Nicht nur, dass dem Album wenig Erfolg zuteil wurde &#8211; lediglich Platz 11 in England und Platz 48 in den USA &#8211; dar\u00fcber hinaus stellte die gr\u00f6\u00dfte Schwierigkeit dar, dass Lennon in den Augen der US-amerkanischen Machthaber unerw\u00fcnscht war. Sogar das FBI \u00fcberwachte Lennons Aktivit\u00e4ten auf Schritt und Tritt und legte eine umfangreiche Akte an. F\u00fcr sie war Lennon nicht nur ein unbequemer Zeitgenosse, sondern eine Gefahr f\u00fcr die \u00f6ffentliche Ordnung. All das erschwerte erheblich John Lennons Kampf um die &#8222;Green Card&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang 1973 steckte John Lennon in einem sch\u00f6pferischen Tief &#8211; indes Yoko Ono mit der Ver\u00f6ffentlichung von &#8222;Approximately Infinite Universe&#8220; gleich ein Doppelalbum vorlegte. Eine k\u00fcnstlerisch sehr interessante Platte, die kommerziell jedoch wie alle Ono-Ver\u00f6ffentlichungen Kassengift war: Die h\u00f6chte Position war Platz 193. Zu allem \u00dcberfluss erhielt Lennon im M\u00e4rz 1973 die Aufforderung binnen 60 Tagen die USA zu verlasssen, seine Anw\u00e4lte erreichten jedoch einen Aufschub gegen den Bescheid. Einen Monat sp\u00e4ter &#8211; die Lennons waren inzwischen Mieter im legend\u00e4ren New Yorker Dakota Building und gingen auf Distanz zu ihrem radikalen Aktionismus des Jahres 1972 &#8211; begann John mit Arbeiten an neuen Songs. Dies zog sich \u00fcber den ganzen Sommer hin bis im August die Sessions dann abgeschlossen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Titelsong &#8222;Mind Games&#8220; hatte eine l\u00e4ngere Entstehungsgeschichte hinter sich und findet sich in Demos wieder wie &#8222;Make Love Not War&#8220; und &#8222;I Promise&#8220;. &#8222;Mind Games&#8220; war nach zwei Jahren Pause wieder ein sehr melodisches und durchdachtes Lied, das es durchaus mit den Highlights von &#8222;Imagine&#8220; aufnehmen kann, blieb jedoch die einzige Singleauskopplung des Albums. Nicht zuletzt wegen des &#8222;Make Love Not War&#8220; -Refrains kann &#8222;Mind Games&#8220; zu den zentralen Statements seines Soloschaffens gez\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Tight A$&#8220; bewegt sich ganz \u00e4hnlich wie &#8222;Crippled Inside&#8220; vom &#8222;Imagine&#8220;-Album in Gefilden des Bluesrocks. Textlich ein Leichtgewicht (es geht nach sehr langer Zeit mal nicht um einen bedeutungsschwangeren Inhalt) und auch musikalisch kein umwerfendes St\u00fcck, das aber ungeachtet dessen Spa\u00df macht.\u00a0 Dieser Eindruck betrifft in gro\u00dfen Z\u00fcgen das komplette Album. Alles ganz nett, aber irgendwie hat es den Anschein, dass die Songideen an sich zwar \u00fcberzeugen, die Umsetzung jedoch weniger gut gelang. Hier w\u00fcnscht man sich entscheidenden Handgriff f\u00fcr Arrangement und produktionstechnischen Schliff, f\u00fcr den Paul McCartney bekannt war und ist. Neben dem Titelsong ist jedoch noch &#8222;Out The Blue&#8220; hervorzuheben, eine wundersch\u00f6ne Melodie die in der Einleitung, begleitet von einer akustischen Gitarre, sehr zart daherkommt, sp\u00e4ter dann aber durch das Arrangement vieles von ihrem Reiz verliert. Weibliche Backgroundstimmen (f\u00fcr die sich die Beatles nie begeistern konnten) wirken hier beispielsweise besonders aufdringlich. &#8222;Out The Blue&#8220; bleibt dennoch ein leidenschaftlich dargebotener Lovesong, in dem John seine Hingabe zu Yoko und ihre vom Schicksal vorbestimme Begegnung beschreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Every day I thank the Lord and Lady<br \/>\nFor the way that you came to me.<br \/>\nAnyway it had to be<br \/>\nTwo minds one destiny.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Yoko geht es auch in &#8222;Aisumasen (I&#8217;m Sorry)&#8220;. \u00c4hnlich wie bei &#8222;Jealous Guy&#8220; (1971) zeigt es John Lennon als reum\u00fctigen Partner, der seine Fehler einsieht und bereut. Interessanterweise trennten sich John und Yoko kurz bevor &#8222;Mind Games&#8220; ver\u00f6ffentlicht wurde, insofern kommt Songs wie &#8222;Aisumasen&#8220; besondere Bedeutung zu. Highlight in diesem St\u00fcck ist das hervorragende Gitarrensolo von David Spinozza. &#8222;One Day At A Time&#8220; ist &#8211; wie k\u00f6nnte es anders sein &#8211; ebenfalls eine Ode an Yoko bzw. ein Song \u00fcber ihre symbiotische Beziehung zueinander, gesungen mit Falsett-Stimme. Elton John, seinerzeit eng befreundet mit John Lennon, nahm \u00fcbrigens kurz darauf seine eigene Version des Titels auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu einem kurzen Aufflackern politischer Agitation kommt es in &#8222;Bring On The Lucie (Freda People)&#8220;. Der Name wird nicht genannt, doch es darf gemutma\u00dft werden, dass Lennon sich hier gegen Nixon und seine Regierung wendete. Zu einer an Dylans &#8222;If Not For You&#8220; erinnernde Slidegitarre wird Mantra-\u00e4hnlich &#8222;Freda People&#8220; (umgangssprachlich f\u00fcr &#8222;Free The People&#8220;) von vielen Chorstimmen skandiert, kommentiert von John Lennons &#8222;Do it, do it, do it &#8211; now!&#8220; Ein simpler Song, wie gemacht f\u00fcr Protestm\u00e4rsche. &#8222;Nutopian National Anthem&#8220;, ein sechssek\u00fcndiges Nichts, soll die Hymne des utopischen Staates Nutopia (ein Land ohne Grenzen) darstellen, dessen Gr\u00fcndung John und Yoko am 1. April 1973 ausriefen &#8211; und das sollte kein Aprilscherz sein! Dieser &#8222;Song&#8220; wird nur noch \u00fcbertroffen von &#8222;Two Minutes Silence&#8220; (vgl. &#8222;Life With The Lions&#8220;).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gut gelaunt und entspannt &#8211; das sind die Attribute, die &#8222;Intuition&#8220; auszeichnen. Auch im Text geht es positiv zu:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;My intentions are good<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nI\u00a0 try to make it better each and every day<br \/>\n(&#8230;)<br \/>\nThe magic of the music seems to light the way&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die in diesem Song transportierte Stimmung des relaxten, in sich ruhenden John Lennon findet sich deutlicher im Sp\u00e4twerk &#8222;Double Fantasy&#8220; (1980) wieder. &#8222;Only People&#8220; geht zur\u00fcck auf ein Statement, das Lennon in einer Sendung der Mike Douglas Show machte. Dort erkl\u00e4rte er die Bedeutung seines Songs &#8222;Imagine&#8220; und sprach dabei davon, dass nur die Menschen selbst die Rettung der Welt in der Hand haben: &#8222;Only people can save the world&#8220;. Diese Aussage war die Grundlage von &#8222;Only People&#8220;, ein Lied, dass lediglich sagen will, dass Dinge in Erf\u00fcllung gehen, wenn man es nur wirklich will. Wie bei &#8222;Out The Blue&#8220; tauchen hier wieder sehr dominante Background-Vocals auf, die dem Song eigentlich nicht gut tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach &#8222;Out The Blue&#8220; und &#8222;Aisumasen (I&#8217;m Sorry)&#8220; ist &#8222;I Know (I Know)&#8220; der dritte direkt an Yoko gerichtete Song des Albums. John Lennon singt (ohne ins Detail zu gehen) von den Schwierigkeiten, die einem in einer Partnerschaft nicht erspart bleiben. Und wieder sieht er sich als Schuldiger: &#8222;&#8230; and I&#8217;m guilty (yes. I am) \/ But I never could read your mind&#8220;, ist aber hoffnungsfroh: &#8222;And I know it&#8217;s getting better (all the time)&#8220;. Der schw\u00e4chste Titel des Albums ist wohl in &#8222;You Are Here&#8220; zu sehen. In diesem monotonen Lied, beinhaltet erneut die John\/Yoko-Thematik, diesmal gerichtet auf die geographische Herkunft der Beiden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;From Liverpool to Tokyo<br \/>\nWhat a way to go<br \/>\nFrom distant lands, one woman one man<br \/>\nLet the four winds blow.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der rockige Abschluss des Albums weckt den H\u00f6rer aus seinem Schlummer: &#8222;Meat City&#8220; steht in relativ starkem Kontrast zum ged\u00e4mpften Tempo der meisten Songs des Albums. Kompositorisch absolut keine Glanzleistung, doch wegen seiner Tempiwechsel nicht uninteressant. &#8222;Aisumasen (I&#8217;m Sorry)&#8220;, &#8222;Bring On The Lucie (Freda People) und &#8222;Meat City&#8220; als Demofassungen sind eine sch\u00f6ne Erg\u00e4nzung der remasterten CD von &#8222;Mind Games&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anspieltipps:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mind Games \/ Out The Blue<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bewertung:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><big><small><small><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/john.gif\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/john.gif\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/john.gif\" \/><\/small><\/small><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pressestimmen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Musically and melodically this may not be a stand-out album, but if you warm to the rasping voice of Lennon, it will be enjoyable and even important&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; New Musical Express<br \/>\n&#8222;Great single, patchy album. Lennon sounds like he&#8217;s sleepwalking through Mind Games.&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; Q magazine<br \/>\n&#8222;Eines von Lennons unbefriedigensten Werken.&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; Rolling Stone<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mind Games Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 16. 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