{"id":303,"date":"2014-01-30T18:05:40","date_gmt":"2014-01-30T18:05:40","guid":{"rendered":"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=303"},"modified":"2014-05-30T10:12:23","modified_gmt":"2014-05-30T10:12:23","slug":"1975-venus-and-mars","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=303","title":{"rendered":"1975 &#8211; &#8222;Venus And Mars&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 300px; height: 300px;\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/venus.jpg\" alt=\"\" \/><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Venus And Mars<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 30. Mai 1975<br \/>\nLP: Capitol 1C 062 &#8211; 96623 (Deutschland)<br \/>\nCD: EMI 0777 7 89241 2 8 (Digitally Remastered)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Titel:<br \/>\nVenus And Mars \/ Rock Show \/ Love In Song \/ You Gave Me The Answer \/ Magneto And Titanium Man \/ Letting Go \/ Venus And Mars (Reprise) \/ Spirits Of Ancient Egypt \/ Medicine Jar \/ Call Me Back Again \/ Listen To What The Man Said \/ Treat Her Gently (Lonely Old People) \/ Crossroads<br \/>\nBonus Tracks auf der remasterten CD: Zoo Gang \/ Lunch Box &#8211; Odd Sox \/ My Carnival<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einem sowohl kommerziell als auch k\u00fcnstlerisch erfolgreichen Album im R\u00fccken st\u00fcrzte sich Paul McCartney zu Beginn des Jahres 1974 in die Produktion eines Albums f\u00fcr seinen Bruder Michael (der sich in McGear umbenannt hatte, um Verwechslungen mit seinem ber\u00fchmten Bruder zu vermeiden). Das sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichte Album &#8222;McGear&#8220; z\u00e4hlt zu den interessantesten Nebenprojekten McCartneys, da er nicht nur mehrere Songs daf\u00fcr schrieb, sondern auch die Wings als Begleitband verpflichtete (siehe &#8222;Bits And Pieces&#8220;). 1974 war aber auch das Jahr, in welchem die Rufe nach einer Beatles-Reunion immer lauter wurden. Alles begann Mitte Februar mit dem &#8222;Melody Maker&#8220;, auf dessen Titelseite &#8222;Beatles Get Together!&#8220; prangte. Es war die Rede von geheimen Verhandlungen aller vier ehemaligen Beatles in New York um ein neues gemeinsames Album. Die Ex-Beatles selbst hielten die Ger\u00fcchtek\u00fcche warm, indem sie weder dementierten noch zustimmten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ungeachtet der fortgesetzten Reunion-Diskussion begannen die Wings im M\u00e4rz 1974 mit neuen Proben. Diese wurden kurz darauf von einem Aufenthalt der McCartneys in Los Angeles unterbrochen. Dort kam es tats\u00e4chlich zu einer Begegnung mit John Lennon, in deren Folge sogar neue, eher entt\u00e4uschende Aufnahmen enstanden. Auch ein Besuch bei &#8222;Beach Boy&#8220; Brian Wilson war geplant, doch das kalifonische Musik-Genie lebte derzeit v\u00f6llig zur\u00fcckgezogen und litt unter Drogenkonsum und Depressionen. Paul und Linda h\u00e4mmerten an Wilsons T\u00fcr, doch ein leises Wimmern war das einzige, was sie von Brian Wilson vernahmen. Zur\u00fcck in London beginnt das Wings-Trio mit Vorspielterminen f\u00fcr einen neuen Schlagzeuger. Von f\u00fcnfzig Kandidaten blieb einer \u00fcbrig: Geoff Britton. Als Leadgitarrist wurde schlie\u00dflich der 21-j\u00e4hrige Jimmy McCullough verpflichtet, der schon bei den &#8222;McGear&#8220;-Sessions dabei war und dessen ehemalige Band &#8222;Stone The Crows&#8220; sich nun endg\u00fcltig getrennt hatte. Mit dieser Besetzung ging es am Vortag von Paul McCartneys 33. Geburtstag wieder in die USA &#8211; dieses Mal nach Nashville. Dort nahmen die Wings eine ganze Reihe neuer Titel auf: &#8222;Junior&#8217;s Farm&#8220;, &#8222;Sally G&#8220;, &#8222;Walking In The Park With Eloise&#8220;, &#8222;Bridge Over The River Suite&#8220;, Hey Diddle&#8220;, &#8222;Send Me The Heart&#8220;, &#8222;Proud Mum&#8220; und &#8222;Wide Prairie&#8220;. Auch erste Demos wurden eingespielt, auf deren Basis etwa ein Jahr sp\u00e4ter das Album &#8222;Venus And Mars&#8220; entstand. Im Juli nahm Paul im Alleingang am Piano weitere Demos auf, darunter auch Songs, die erst viel sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlicht wurden (z.B. &#8222;Mull Of Kintyre&#8220;, &#8222;Million Miles&#8220; oder &#8222;Rockestra Theme&#8220;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr ein geplantes &#8222;Live im Studio&#8220;-Album (und Film) spielten die Wings in den Londoner Abbey Road-Studios im August 1974 diverse St\u00fccke ein. Doch das ambitionierte, &#8222;One Hand Clapping&#8220; genannte Projekt wurde nie ver\u00f6ffentlicht. Im Oktober erschien dann mit &#8222;Junior&#8217;s Farm \/ Sally G&#8220; die erste Wings-Single der neuen Wings-Formation. Einen Monat sp\u00e4ter begannen dann die Aufnahmen f\u00fcr &#8222;Venus And Mars&#8220;, zun\u00e4chst wieder in den Abbey Road Studios und anschlie\u00dfend &#8211; bis in den Februar 1975 hinein &#8211; in New Orleans. Nach nur zwei aufgenommenen Songs in Allen Toussaints Sea Saint Studio quittierte Geoff Britton vollkommen unerwartet seinen Dienst f\u00fcr die Wings. \u00dcbergangsweise wurde der New Yorker Drummer Joe English angeheuert. Paul McCartney war von diesem jedoch schwer beeindruckt, so dass Joe English nun festes Wings-Mitglied wurde. Die mittlerweile f\u00fcnfte Inkarnation der Wings war geboren, von der viele sagen, es h\u00e4tte weder vorher noch danach eine bessere gegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ruhigen, von Akustikgitarren und Fl\u00f6ten getragenen Kl\u00e4nge von &#8222;Venus And Mars&#8220; er\u00f6ffnen das gleichnamige Album. Dieses kurze St\u00fcck und das nahtlos folgende, gewaltig losrockende &#8222;Rock Show&#8220; passt nicht nur aus dramaturgischen Gr\u00fcnden gut an den Anfang des Albums, sondern wurde von Paul McCartney mit der Absicht komponiert, damit die Konzerte der geplanten Welttournee zu er\u00f6ffnen. Der Text von &#8222;Venus And Mars&#8220; beschreibt, wie ein Rockfan in einer gro\u00dfen Arena darauf wartet, dass seine favorisierte Band endlich ihren Auftritt beginnt. Das Saallicht senkt sich und die farbigen B\u00fchnenscheinwerfer kommen zum Einsatz:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Sitting in the stand of the sports arena<br \/>\nWaiting for the show to begin.<br \/>\nRed lights, green lights, strawberry wine<br \/>\nA good friend of mine, follows the stars<br \/>\nVenus and mars are alright tonight.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Anfang noch recht klar zu deuten ist, lassen die letzten beiden Zeilen zumindest zwei Interpretationen zu. Der &#8222;gute Freund&#8220; k\u00f6nnte der Rockfan sein, der seinen Stars auf Tournee folgt. Es k\u00f6nnte aber auch jemand sein, der sich f\u00fcr Astronomie interessiert. Auch lassen sich Parallelen zur griechischen Mythologie ziehen. McCartney hat jedoch in Interviews bestritten, dass der Song bzw. der Albumtitel mit der symbolischen Bedeutung von Venus (Liebesg\u00f6ttin) und Mars (Kriegsgott) zu tun hat. Die Wahrheit ist &#8211; wahrscheinlich, da offiziell (noch) nicht best\u00e4tigt &#8211; viel spektakul\u00e4rer. Eine verl\u00e4ssliche Quelle gibt an, dass das erste Demo von &#8222;Venus And Mars&#8220; den Titel &#8222;Yoko And John&#8220; trug. Es entstand am 19. Dezember 1974 in New York, genau einen Tag nachdem sich Paul McCartney im dortigen Plaza Hotel mit George Harrison getroffen hatte. Bei dieser historischen Begegnung unterzeichneten Harrison und McCartney das gesch\u00e4ftliche Ende der Beatles-Partnerschaft (Ringo Starr hatte seine Unterschrift bereits in London geleistet). In letzter Minute sagte John Lennon ab, da Yoko Onos Astrologe von diesem Termin abriet. Statt dessen schickte das Paar, dessen zweitweilige Trennung sich dem Ende zuneigte, einen Luftballon mit dem Aufdruck &#8222;Listen to this balloon&#8220;. Daran hing ein K\u00e4rtchen mit der schlichten Botschaft &#8222;Yoko and John are allright tonight&#8220;. Paul McCartney begann mit dem Schreiben des Songs, w\u00e4hrend er auf John Lennon wartete, und beendete ihn am selben Nachmittag. Dies waren die originalen Songzeilen (vgl. offizielle Version oben):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Sitting in the suite of the Plaza hotel<\/em><br \/>\n<em>Waiting for the end to begin<\/em><br \/>\n<em>Bloody papers, strawberry line<\/em><br \/>\n<em>A good friend of mine, follows the stars<\/em><br \/>\n<em>Yoko and John are alright tonight.<\/em>&#8222;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Slebstverst\u00e4ndlich ist hier das Ende der Beatles gemeint, die Vertragsunterlagen, die Beziehung zu John, die astrologische Durchkreuzung des Treffens und m\u00f6glicherweise auch eine Anspielung auf Strawberry Fields. Wie auch immer: Der Titelsong ist vorz\u00fcglich mit &#8222;Rock Show&#8220;, dem mitrei\u00dfendsten Rocker des Albums verbunden worden. In &#8222;Rock Show&#8220; nennt McCartney Orte von rockhistorischer Bedeutung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;If there&#8217;s a rock show<br \/>\nAt the Concertgebouw<br \/>\nThey&#8217;ve got long hair<br \/>\nAt the Madison Square<br \/>\nYou&#8217;ve got Rock and Roll<br \/>\nAt the Hollywood Bowl.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Amsterdamer Concertgebouw spielten die Wings 1972. Ein Jahr zuvor fand im New Yorker Madison Square Garden George Harrisons legend\u00e4res &#8222;Concert for Bangla Desh&#8220; statt (die Wings sollten hier erst im Mai 1976 auftreten) und mit den Beatles spielte McCartney 1964 und 1965 in der Hollywood Bowl (Los Angeles). Auch der \u00fcbrige Text schildert \u00fcberzeugend die elektrisierende Spannung vor und w\u00e4hrend eines Rockkonzertes. Da meint z.B. ein freudig erregter Konzertbesucher im Dunkel der B\u00fchne eine Gitarre zu erkennen, die modellgleich auch vom Led Zeppelin-Gitarristen Jimmy Page benutzt wird. Dann beginnt der Auftritt und das Wei\u00dfe in den Augen der Fans ist Beleg genug, dass es nun einen ordentlichen Adrenalinschub gibt. Etwas r\u00e4tselhafter scheint dann der Mittelteil, eine Art &#8222;Hard Rock-Reggae&#8220;, in dem der Ich-Erz\u00e4hler beschreibt, wie er sich im gr\u00fcnen Metallic-Anzug und Ring durch die Nase bereit macht f\u00fcr&#8217;s Nachtleben. &#8222;Rock Show&#8220; klingt mit einem etwa einmin\u00fctigen Jam-Session-Ausschnitt aus, in dem erneut das von McCartney gespielte Piano dominiert. Schon nach diesen zwei Songs ist klar: Das &#8222;Venus And Mars&#8220;-Album hat weit mehr Band-Charakter, als es bei &#8222;Band On The Run&#8220; der Fall war. Im Verbund sind &#8222;Venus And Mars&#8220; und &#8222;Rock Show&#8220; der unumstrittene H\u00f6hepunkt des Albums.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerne berichtet Paul McCartney davon, dass sich ihm die Melodie von &#8222;Yesterday&#8220; im Traum offenbarte. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit &#8222;Love In Song&#8220;. Dieser Titel flog ihm nur so zu, als er Ende 1974 mit einer 12-saitigen Gitarre in den Abbey Road-Studios sa\u00df. Melodie und Text wurden gewisserma\u00dfen aus dem Stand komponiert. Zu einer wundersch\u00f6nen Melodie gesellt sich ein \u00fcberaus melancholischer Text, in dem der Protagonist mit Wehmut der vergangenen Liebe hinterhertrauert. Kaum vorstellbar, dass dieses St\u00fcck autobiografische Z\u00fcge tr\u00e4gt. Viel mit seiner Pers\u00f6nlichkeit zu tun hat allerdings &#8222;You Gave Me The Answer&#8220;. Paul McCartney hatte stets ein Faible f\u00fcr die Songs der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts. Nicht zuletzt die Kindheitserinnerung an den Klavier spielenden Vater und die Radiosendungen des BBC Home Service sind daf\u00fcr verantwortlich, dass McCartney nostalgische Songs schrieb wie &#8222;When I&#8217;m Sixty-Four&#8220; oder &#8222;Honey Pie&#8220;. Immer wieder taucht auch sp\u00e4ter dieser Stil in der Karriere des Ex-Beatles auf. So auch auf &#8222;Venus And Mars&#8220;. Begeistert von Fred Astaire, der Billy Cotton Band Show und Cole Porter schrieb Paul McCartney &#8222;You Gave Me The Answer&#8220; &#8211; eine den Vorbildern durchaus ebenb\u00fcrtige Nummer, die er sogar ins Konzertrepertoire der Wings \u00fcbernahm. Tragende Instrumente sind hier McCartneys Piano und die Bl\u00e4sergruppe. Eine solche Nummer in Zeiten von Hard Rock und Glam Rock zu ver\u00f6ffentlichen, war mutig. Doch Paul McCartney scherte sich nicht darum und machte das, was er f\u00fcr richtig hielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Magneto And Titanium Man&#8220; schrieb McCartney w\u00e4hrend eines l\u00e4ngeren Urlaubs auf Jamaica. Dort kaufte er sich jeden Samstag im Supermarkt Comics. Als 11-j\u00e4hriger meinte Paul, Comics entwachsen zu sein. Nun, etwa zwanzig Jahre sp\u00e4ter fand er wieder Gefallen an den Geschichten um Helden und Schurken. Die Inspiration zu diesem Song kam auf diese Weise von einem Marvel-Comic. &#8222;Spider Man&#8220;-Erfinder Stan Lee entwickelte ebenfalls die Figuren Magneto und Titanium Man. Auch der im Song auftauchende Crimson Dynamo ist den Marvel Comics entliehen. Bei McCartney geht es darum, dass die drei Super-Schurken den Erz\u00e4hler zu \u00fcberzeugen versuchen, dass dessen Freundin (eine Vertreterin des Gesetzes) einen Bankraub verhindern will. Der Ich-Erz\u00e4hler mag das nicht glauben, doch als sie bei der Bank ankommen, sehen sie, dass seine Herzdame selbst im Begriff ist, die Bank zu \u00fcberfallen. Musikalisch ist &#8222;Magneto And Titanium Man&#8220; Rockpop in Reinkultur &#8211; vom stetig pulsierenden Keyboard, \u00fcber den sch\u00f6n arrangierten Harmoniegesang bis hin zum knackigen Gitarrensolo von Jimmy McCulloch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie schon mit &#8222;Let Me Roll It&#8220; beim Vorg\u00e4ngeralbum gibt es auf &#8222;Venus And Mars&#8220; auch ein an John Lennons rotzigen Gitarrenstil erinnerndes St\u00fcck: &#8222;Letting Go&#8220;. Der Song geh\u00f6rt zu dem Besten, was &#8222;Venus And Mars&#8220; zu bieten hat. Der Songtext ist vergleichsweise belanglos. Das St\u00fcck lebt von einem unglaublich coolen Groove, effektvoll eingesetzten Bl\u00e4ser-Attacken und von einem erneut \u00fcberzeugenden Solo Jimmy McCullochs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im CD-Format geht es als Track 7 ein wenig unter, doch in der Schallplatten-Version wird der konzeptuelle Charakter von &#8222;Venus And Mars&#8220; deutlicher. Beide LP-Seiten werden vom Song er\u00f6ffnet, der dem Album seinen Namen gab. &#8222;Venus And Mars&#8220; erklingt als erstes St\u00fcck der B-Seite mit mehr Echo auf McCartneys Stimme (passend zur &#8222;hall of the great cathedral&#8220;) und einer traumartigen Gesamtatmosph\u00e4re. Dieses Mal scheint es klar zu sein: Der Protagonist befindet sich nicht in der Konzerthalle und wartet auf seine Stars, sondern auf ein Raumschiff, das ihn zu den Sternen transportiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Standing in the hall<br \/>\nOf the great cathedral<br \/>\nWaiting for the transport to come<br \/>\nStarship 21ZNA9.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nahtlos geht es in &#8222;Spirits Of Ancient Egypt&#8220; \u00fcber. Hinter dem mystischen Titel, inspiriert durch die Lekt\u00fcre eines Buches \u00fcber \u00c4gyptens gro\u00dfe Pyramiden, verbirgt sich ein weiterer klassischer Wings-Rocker. Der surreale Songtext gibt wenig Aufschluss \u00fcber dessen ultimative Aussage, doch McCartney verwendet eine bildhafte Sprache, die seine Dichtung interessant h\u00e4lt (&#8222;spirits of ancient egypt&#8220;, &#8222;shadows of ancient Rome&#8220; oder &#8222;echoes of sunken Spain&#8220;). Den Gesang teilt sich Paul McCartney hier mit Denny Laine, der einige Solopassagen vortr\u00e4gt. McCartney unterstrich damit sein Vorhaben, die Wings als eine Gruppe gleichberechtigter Mitglieder zu etablieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Munter rockend stellt sich ein weiteres Wings-Mitglied vor: Jimmy McCulloch interpretiert &#8222;Medicine Jar&#8220;, seinen Song \u00fcber Drogenmissbrauch. Schon bei den Nashville-Sessions machte McCulloch die Wings mit dem Song bekannt. Paul McCartney gefiel das St\u00fcck und versprach, dass es f\u00fcr das kommende Album aufgenommen werden sollte. In &#8222;Medicine Jar&#8220; steckt bittere Ironie. Die 70er Jahre waren noch nicht zuende, als der talentierte Jimmy McCulloch selbst Opfer einer Heroin-\u00dcberdosis wurde und nur 26-j\u00e4hrig am 27. September 1979 verstarb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In &#8222;Call Me Back Again&#8220; zeigt Paul McCartney seine wohl beste rockige Gesangsleistung seit &#8222;Oh! Darling&#8220; (&#8222;Abbey Road&#8220;, 1969). Auch wenn sich seine Stimme manchmal zu \u00fcberschlagen scheint, ist die Darbietung \u00fcberaus eindringlich. Hier geben sich leidenschaftlicher Gesang, hervorragendes Bl\u00e4serarrangement, eine damit korrespondierende Sologitarre und eine intelligente Songsstruktur die Klinke in die Hand. McCartney begann die Komposition in New Orleans und vollendete sie w\u00e4hrend eines Aufenthalts im Beverly Hills Hotel. McCartney begann mit diesem Song unmittelbar nach der gemeinsamen Session mit John Lennon, Harry Nilsson, Stevie Wonder, Jesse Ed Davis und Bobby Keys (Ende M\u00e4rz 1974, s.o.). Als er das Grundger\u00fcst von &#8222;Call Me Back&#8220; fertig hatte, spielte er es John Lennon vor. Dieser mochte den Song, und die beiden Ex-Beatles beschlossen, sich im August 1974 in New Orleans zu treffen um &#8222;Call Me Back Again&#8220; als Duett aufzunehmen. Sogar eine dar\u00fcber hinaus gehende Zusammenarbeit war nicht ausgeschlossen. Leider kam es nicht dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend bis dahin hochklassige Rocksongs und wohlgeratene Balladen das Gesamtbild des Albums dominieren, sorgt &#8222;Listen To What The Man Said&#8220; nun f\u00fcr einen gewissen Bruch. Dieser reine Popsong erreicht zwar nicht die Wertigkeit und Tiefe des \u00fcbrigen Materials und wirkt ein bisschen oberfl\u00e4chlich nach &#8222;Tralala&#8220;, ein Vorwurf, den sich McCartney in seiner Solo-Karriere nicht selten anh\u00f6ren musste. Doch es ist einer der Songs, die sich sofort im Geh\u00f6rgang einnisten und nicht wieder weg wollen. Nicht umsonst wurde der Titel als Single ausgekoppelt und erreichte m\u00fchelos Platz 6 in England und Platz 1 in den amerikanischen Charts. Bei der Aufnahme des Songs schien Paul McCartney lange unzufrieden mit dem Ergebnis. Erst als der (auch f\u00fcr George Harrison t\u00e4tige) Saxophonist in einem Take ein hervorragendes Solo einspielte, passte alles zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein McCartney-Album ohne die gro\u00dfe finale Ballade &#8211; so auch auf &#8222;Venus And Mars&#8220;. &#8222;Treat Her Gently &#8211; Lonely Old People&#8220; entstand aus zwei Songfragmenten, wobei McCartney lange Zeit mit dem Zusammenf\u00fcgen der Teile gro\u00dfe Schwierigkeiten hatte, da sie sich in verschiedenen Tonarten befanden. Die Art und Weise, wie die Songs dann verwoben wurden, l\u00e4sst kaum Gedanken an die problematische Entstehungsgeschichte aufkommen. Das melancholische Lied thematisiert das Alter und die mit dem Lebensabend drohende Vereinsamung, Gebrechen und Entfremdung. Ein Sujet, das McCartney bereits als 24-j\u00e4hriger mit &#8222;Eleanor Rigby&#8220; aufgriff (&#8222;Revolver&#8220;, 1966). Doch im Unterschied zu seinem Beatles-Klassiker ist in &#8222;Treat Her Gently &#8211; Lonely Old People&#8220; der alte Mensch nicht alleine. Gemeinsam mit seinem Lebenspartner trotzt er den Widrigkeiten. Eine Aussicht, die sich Paul McCartney sicher gerne f\u00fcr sich und seine Frau Linda gew\u00fcnscht hat. Eher aus einer Laune heraus wurde noch eine instrumentale Wings-Version der englischen Seifenoper &#8222;Crossroads&#8220; angeh\u00e4ngt. Diese Serie war in England besonders bei \u00e4lteren Leute beliebt. Insofern passt &#8222;Crossroads&#8220; doch wieder ausgezeichnet hinter &#8222;Treat Her Gently &#8211; Lonely Old People&#8220;. Doch wer das nicht wei\u00df, wird &#8222;Crossroads&#8220; sicher f\u00fcr ein kleines, aber feines McCartney-Original halten. Vergleicht man das harmlose Original mit der Wings-Interpretation, so wird der Klassenunterschied schnell deutlich. Irgendwann entschieden daher die Macher der Serie, dass die Wings-Version das Original ersetzen soll. Auf diese Weise wurde &#8222;Crossroads&#8220; f\u00fcr begrenzte Zeit das meistgespielte St\u00fcck von &#8222;Venus And Mars&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bonustracks des Albums bestehen zun\u00e4chst aus dem eher unbedeutenden Instrumental &#8222;Zoo Gang&#8220; (mit Akkordeon und nervigem Synthesizer), das f\u00fcr eine englische TV-Abenteuerserie vorgesehen war und dem etwas interessanter gestrickten, ebenfalls instrumentalen &#8222;Lunch Box \/ Odd Sox&#8220; (Piano als Leitinstrument). Paul McCartney hat &#8222;Lunch Box \/ Odd Sox&#8220; als ersten Song bezeichnet, der in New Orleans aufgenommen wurde. Ebenfalls aus der Zeit in New Orleans stammt &#8222;My Carnival&#8220;, das offensichtlich vom ber\u00fchmten Karneval (Mardi Gras) der S\u00fcdstaatenmetropole inspiriert wurde. Fotos belegen, dass die verkleideten McCartneys am 11. Februar 1975 Mardi Gras unsicher machten. Einen Tag sp\u00e4ter versammelten sich die Wings im Studio, erhielten dabei Unterst\u00fctzung von den Musikern George Porter und Benny Spellman (The Meters) und nahmen in l\u00e4rmender Partystimmung den Professor Longhair (bedeutender Pianist aus New Orleans) gewidmeten Titel &#8222;My Carnival&#8220; auf. F\u00fcr das Album &#8222;Venus And Mars&#8220; war dieser Song jedoch nie vorgesehen. Er erschien erstmals offiziell als B-Seite der 1985er McCartney-Single &#8222;Spies Like Us&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Venus And Mars&#8220; wurde wie &#8222;Band On The Run&#8220; an einem ungewohnten, ja fast exotischen Ort aufgenommen. Auch wenn man beiden Alben dieses eigentlich nicht anh\u00f6rt, so hat das fremde Ambiente McCartney in seiner Kreativit\u00e4t doch befl\u00fcgelt. Wie das Vorg\u00e4ngeralbum erreichte &#8222;Venus And Mars&#8220; sowohl in England als auch in den USA Platz 1 der LP-Charts. Die Kritiker hingegen waren eher geteilter Meinung und monierten McCartneys Stilmix. Doch genau das ist seine St\u00e4rke und der Quintessenz des &#8222;Venus And Mars&#8220;-Albums. Es zeigt Teile von McCartneys vielf\u00e4ltigen Einfl\u00fcssen, seine Virtuosit\u00e4t als Musiker bzw. S\u00e4nger und sein Freude am Spiel mit verschiedensten Genres.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">War der letzten LP ein Poster noch beigelegt, stattete man das &#8222;Venus And Mars&#8220;-Album noch opulenter aus. Es war nicht nur als Klappcover gestaltet, das ein sch\u00f6nes Panoramafoto enthielt, das die Wings in einer W\u00fcstenlandschaft zeigt, sondern enthielt zwei Poster, ein bedrucktes Innencover und in der Erstauflage zwei Aufkleber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anspieltipps:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Venus And Mars &#8211; Rock Show \/ Letting Go \/ Call Me Back Again \/ Treat Her Gently &#8211; Lonely Old People<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bewertung:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><big><small><big><small><small><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/paul.gif\" alt=\"\" \/><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/paul.gif\" alt=\"\" \/><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/paul.gif\" alt=\"\" \/><\/small><\/small><\/big><\/small><\/big><big><small><big><small><small><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/paul.gif\" alt=\"\" \/><\/small><\/small><\/big><\/small><\/big><big><small><big><small><small><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/paul.gif\" alt=\"\" \/><\/small><\/small><\/big><\/small><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pressestimmen:<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Venus And Mars Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 30. Mai 1975 LP: Capitol 1C 062 &#8211; 96623 (Deutschland) CD: EMI 0777 7 89241 2 8 (Digitally Remastered) Titel: Venus And Mars \/ Rock Show \/ Love In Song \/ You Gave Me The Answer &hellip; <a href=\"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=303\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-303","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/303","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=303"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/303\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2230,"href":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/303\/revisions\/2230"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}