{"id":284,"date":"2014-01-30T18:00:51","date_gmt":"2014-01-30T18:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=284"},"modified":"2014-03-03T06:56:02","modified_gmt":"2014-03-03T06:56:02","slug":"1979-back-to-the-egg","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=284","title":{"rendered":"1979 &#8211; &#8222;Back To The Egg&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" style=\"width: 300px; height: 300px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/egg.jpg\" \/><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Back To The Egg<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 8. Juni 1979<br \/>\nLP: EMI 1C 064 &#8211; 62799 (Deutschland)<br \/>\nCD: EMI 0777 7 89136 2 7 (Digitally Remastered)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Titel:<br \/>\nReception \/ Getting Closer \/ We&#8217;re Open Tonight \/ Spin It On \/ Again And Again And Again \/ Old Siam, Sir \/ Arrow Through Me \/ Rockestra Theme \/ To You \/ After The Ball &#8211; Million Miles \/ Winter Rose &#8211; Love Awake \/ The Broadcast \/ So Glad To See You Here \/ Baby&#8217;s Request<br \/>\nBonus Tracks auf der remasterten CD: Daytime Nightime Suffering \/ Wonderful Christmastime \/ Rudolph The Red-Nosed Reggae<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit &#8222;Back To The Egg&#8220; legten die Wings 1979 ihr mittlerweile siebtes Studioalbum vor &#8211; es sollte auch ihr letztes werden. Abermals ver\u00e4nderte sich die Besetzung. Die letzten Arbeiten an &#8222;London Town&#8220; (1978) wurden zwar vom Wings-Kern um Paul und Linda McCartney sowie Denny Laine bew\u00e4ltigt. Und doch sollte es f\u00fcr die abtr\u00fcnnigen Jimmy McCulloch und Joe English Nachfolger geben. \u00dcber Kontakte von Denny Laine wurde zun\u00e4chst der Schlagzeuger Steve Holly und sp\u00e4ter der neue Leadgitarrist Laurence Juber in die Band aufgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten Sessions und Aufnahmen der Wings begannen im Juni 1978 auf McCartneys schottischer Farm. Im behelfsm\u00e4\u00dfigen &#8222;Spirit of Ranachan&#8220;-Studio arbeitete die Gruppe etwa f\u00fcnf Wochen und gab dem entstehenden Album den vorl\u00e4ufigen Namen &#8222;Wings In The Wild&#8220;. Ein sp\u00e4terer Arbeitstitel war &#8222;We&#8217;re Open Tonight&#8220;, bevor sich McCartney letzten Endes f\u00fcr &#8222;Back To The Egg&#8220; entschied. W\u00e4hrend des Sommers 1978 wurden die Aufnahmen unterbrochen und im September im Lympne Castle in Kent fortgesetzt. Die Feinarbeit erfolgte schlie\u00dflich und endlich in der Abbey Road und im Replica Studio London, das nichts anderes ist als eine exakte Kopie von Abbey Road Studio Nummer zwei, das McCartney im Keller seines B\u00fcros am Soho Square installieren lie\u00df. Am 1. April 1979 war das Stereo-Masterband bereit, f\u00fcr die Presswerke kopiert zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste von zwei auf diesem Album enthaltenen Instrumental-St\u00fccken macht den Anfang. &#8222;Reception&#8220; (Arbeitstitel &#8222;Radio&#8220;) besteht aus einem live eingespielten, um eine groovende Bassfigur erdachten Backing Track der Band. Diese Rhythmusspur wurde verbunden mit einer Sendersuche durch verschiedene Radiofrequenzen (diverse Wort- und Musikbeitr\u00e4ge sind zu h\u00f6ren, u.a. auch ein Interviewausschnitt mit Paul McCartney selbst). McCartneys Grundidee bestand darin, sich vorzustellen, dass man auf der Suche nach einer bestimmten Frequenz ist, diese aber einfach nicht findet &#8211; was zu pr\u00e4digitalen Zeiten keine Seltenheit war. Schlie\u00dflich wird der Sender gefunden und mit dem ersten gewaltigen Gitarrenakkord von &#8222;Getting Closer&#8220; erfolgt die regul\u00e4re Er\u00f6ffnung von &#8222;Back To The Egg&#8220;. Nach dem vergleichweise ruhigen &#8222;London Town&#8220;-Album versprach McCartney f\u00fcr den Nachfolger eine deutlich h\u00e4rtere Gangart, was &#8222;Getting Closer&#8220; eindrucksvoll unter Beweis stellt. Dieser bereits 1974 geschriebene Song war urspr\u00fcnglich eine Komposition mit dem Klavier als Leitinstrument. Nun stellte sich der Song aber als schn\u00f6rkelloser Rocker dar, dessen Text wie so oft bei McCartney viele R\u00e4tsel aufgibt. Einzige Erkenntnis ist die, dass der Protagonist von &#8222;Getting Closer&#8220; seine Angebetete (liebevoll &#8222;mein Salamander&#8220; genannt) verzweifelt anfleht, ihren jetzigen Partner zu verlassen. &#8222;Getting Closer&#8220; endet mit einer sich wiederholenden recht eigenst\u00e4ndigen, epischen Tonfolge, die haupts\u00e4chlich von Gitarre, Bass und Keyboards (auch Mellotron) getragen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;We&#8217;re Open Tonight&#8220; ist vom Charakter her \u00e4hnlich geeignet wie seinerzeit &#8222;Venus And Mars&#8220;, ein Album zu er\u00f6ffnen und auch als Reprise wieder aufzutauchen, Doch der Gedanke wurde, wie schon erw\u00e4hnt, bald verworfen. So bleibt &#8222;We&#8217;re Open Tonight&#8220; eine nette Akustikballade innerhalb des &#8222;Back To The Egg&#8220; Songreigens. Den Gesang &#8211; ebenso wie Jubers 12-saitige Gitarre &#8211; nahm McCartney in der Wendeltreppe von Lympne Castle auf um mehr Atmosph\u00e4re zu erreichen. Auf die trockene Ansage &#8222;This is it!&#8220; unterstreicht &#8222;Spin It On&#8220;, dass Punk auch an Paul McCartney nicht spurlos vorbeiging. Dem Song mangelt es folglich an melodischer Finesse, denn darauf kam es beim Punkrock nicht an. Treibender Rhythmus, eine destruktive Grundhaltung und Drei-Akkord-Schrammelei standen im Vordergrund. Freilich war Paul McCartney in den ausgehenden 70er Jahren alles andere als ein authentischer Vetreter des Punk. Doch er w\u00e4re nicht er selbst, w\u00fcrde er keine aktuellen (und auch vergangenen) Str\u00f6mungen in seine Musik aufnehmen. In McCartneys Oevre hat &#8222;Spin It On&#8220; ob seiner Beliebigkeit und Einfachheit einen nur geringen Stellenwert, stellt jedoch ein nettes Puzzlest\u00fcck zur Vielschichtigkeit von &#8222;Back To The Egg&#8220; dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denny Laines Komposition &#8222;Again And Again And Again&#8220; geht auf zwei eigenst\u00e4ndige Songs zur\u00fcck. Auf McCartneys Rat hin wurden &#8222;Little Woman&#8220; und &#8222;Again And Again And Again&#8220; zusammengef\u00fcgt. Aber auch dieser Kniff macht den beinhahe komplett live eingespielten Song nicht zu einem hochklassigen St\u00fcck wie &#8222;Time To Hide&#8220; oder &#8222;Deliver Your Children&#8220;. Schon die st\u00e4ndige Wiederholung der Refrainzeile &#8222;Again And Again And Again&#8220; zerrt bald an den Nerven des H\u00f6rers. Auch im n\u00e4chsten Song &#8222;Old Siam, Sir&#8220; wiederholt sich h\u00e4ufig eine Melodie, dieses Mal in Form einer ostasiatisch anmutenden Tonfolge, die auf eine Idee von Linda McCartney zu\u00fcckgeht. Das k\u00f6nnte theoretisch schnell erm\u00fcden und eint\u00f6nig wirken, doch ein nicht uninteressantes Arrangement mit effektvollen Rhythmuswechseln und eine exzellente Gesangsleistung des Ex-Beatles retten &#8222;Old Siam, Sir&#8220; in den gr\u00fcnen Bereich. Der eigenartige Text handelt von einer Frau, die die Suche nach einem Mann von Siam aus wieder zur\u00fcck nach Gro\u00dfbritannien f\u00fchrt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eIn a village in Old Siam, Sir<br \/>\nThere&#8217;s a lady who&#8217;s lost her way<br \/>\nIn an effort to find a man, Sir<br \/>\nShe found herself in the old UK.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>She waited round in Walthamstowe<br \/>\nShe skated round in Scarborough<br \/>\n(&#8230;)\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitaus interessanter geht es mit &#8222;Arrow Through Me&#8220; weiter, einer Aufnahme, die gr\u00f6\u00dftenteils im Alleingang von Paul McCartney und Steve Holly entstand. Der Song erweiterte durch jazzige Elemente McCartneys ohnehin schon gro\u00dfe stilistische Bandbreite. Auch gesanglich zeigt McCartney seine Vielseitigkeit. Mal klingt er relaxed und vertr\u00e4umt, mal fordernd bis aggressiv. Stramme Bl\u00e4sers\u00e4tze dr\u00fccken dem Song schlie\u00dflich ihren ganz eigenen Stempel auf. Der 2013 verstorbene Woodstock-Veteran Richie Havens war sicher nicht der einzige, der von &#8222;Arrow Through Me&#8220; stark beeindruckt war. F\u00fcr sein 1987er Album &#8222;Simple Things&#8220; nahm er eine h\u00f6renswerte Coverversion des Songs auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einer beispiellosen Ansammlung von Rockstars ging es am 3. Oktober 1978 in die Abbey Road-Sessions von &#8222;Rockestra Theme&#8220; und &#8222;So Glad To See You Here&#8220;. In der Tat gibt es in der Rockgeschichte keine hochkar\u00e4tigere Besetzung britischen Rockadels f\u00fcr eine Studioaufnahme. McCartney hatte mit dem &#8222;Rockestra Theme&#8220; einen Song geschrieben, der f\u00fcr eine riesige Rockband konzipiert war. So lud er eine ganze Reihe prominenter britischer Rockmusiker ein, an seinem Projekt mitzuwirken. Praktisch jeder Einladung folgte eine Zusage. Nur ein paar Musiker wie Eric Clapton, Jimmy Page und Jeff Beck erschienen nicht &#8211; mehr oder minder aus mysteri\u00f6sen Gr\u00fcnden. Jimmy Pages Verst\u00e4rker war beispielsweise schon aufgestellt, er selbst lie\u00df sich jedoch nicht blicken. Das &#8222;Rockestra&#8220; blieb nicht minder imposant: Zu den Wings gesellten sich David Gilmour (Pink Floyd), Pete Townshend (The Who), John Paul Jones und John Bonham (Led Zeppelin), Gary Brooker (Procol Harum), Ronnie Lane und Kenney Jones (Small Faces\/Faces), Bruce Thomas (Elvis Costello &amp; The Attractions), Hank Marvin (The Shadows), Tony Ashton (Ashton, Gardner &amp; Dyke), Ray Cooper (Elton John Band) und die komplette Bl\u00e4sergruppe der Wings. Who-Schlagzeuger Keith Moon sollte auch mit von der Partie sein, verstarb jedoch leider eine Woche vor den Aufnahmen. Die dr\u00fcckende Wucht von &#8222;Rockestra Theme&#8220; und &#8222;So Glad To See You Here&#8220; l\u00e4sst Baukl\u00f6tze staunen. Das Projekt war \u00fcberaus gelungen, denn es gewinnt durch das gemeinsame Spiel des Ensembles, das sich durch die beiden einfachen Songs w\u00fchlt. Die Ensemble-Leistung war McCartneys Grundgedanke, er hatte niemals vor, den Solisten eine Plattform f\u00fcr epische (und wom\u00f6glich langweilige) Ausfl\u00fcge zu bieten. W\u00e4hrend es sich beim &#8222;Rockestra Theme&#8220; noch um ein Instrumental handelt, ist &#8222;So Glad To See You Here&#8220; ein Rocksong eher herk\u00f6mmlicher Pr\u00e4gung, der allerdings durch die Art der Perfomance merklich aufgewertet wird. Den Schluss von &#8222;So Glad To See You Here&#8220; mixte McCartney sp\u00e4ter in ein Reprise von &#8222;We&#8217;re Open Tonight&#8220;, was den konzeptionellen Charakter des Albums unterstreicht. Doch zur\u00fcck zur Chronologie des Ablaufs von &#8222;Back To The Egg&#8220;: An das &#8222;Rockestra Theme&#8220; schlie\u00dft sich mit &#8222;To You&#8220; ein weiterer rockorientierter Song an. Dieser z\u00e4hlt eher zu den Schwachpunkten des Albums. Von einigen h\u00f6renswerten Gitarrensounds abgesehen l\u00e4sst dieses St\u00fcck kaum aufhorchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;After The Ball&#8220; ist eine getragene Ballade mit Gospeltouch, die zum Ende hin das Tempo ein wenig anzieht und mit einem packenden Solo von Laurence Juber endet. Doch hier ist nicht wirklich Schluss. Auf Paul McCartneys legend\u00e4ren &#8222;Piano Tape&#8220; von 1974 findet sich auch der Song &#8222;Million Miles&#8220;. Offenbar war McCartney nicht zufrieden und kam nicht recht weiter, so dass er &#8222;Million Miles&#8220; sp\u00e4ter an die Komposition &#8222;After The Ball&#8220; anh\u00e4ngte. Eine richtige Entscheidung, denn auch &#8222;Million Miles&#8220; umgibt eine spirituelle Aura, wie sie sonst Gospelsongs kennzeichnet. McCartney leitet mit flie\u00dfenden T\u00f6nen, die er seinem Bass entlockt \u00fcber in einen seiner am spartanischten instrumentierten Songs \u00fcber: &#8222;Million Miles&#8220;. In diesem eindringlichen St\u00fcck ist lediglich McCartneys Gesang und die von ihm gespielte Konzertina (eine Ziehharmonika-Art) zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf &#8222;After The Ball\/Million Miles&#8220; folgt ein weiteres Medley. &#8222;Winter Rose&#8220; ist eine atmosph\u00e4risch dichte Ballade mit einem ansprechenden, poetischen Text:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eAll through the summer I have followed you around<br \/>\nBringing a rose for the winter that&#8217;s coming<br \/>\nNow the snow is on the ground.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Winter rose. Winter rose.<br \/>\nShine your light in the air.<br \/>\nWinter rose. Winter rose.<br \/>\nShine your light everywhere.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Love Awake&#8220; schlie\u00dft sich an. Auf die ruhige und romantische Stimmung, die die letzten Songs verbreiteten, folgt nat\u00fcrlich kein Rocksong, sondern abermals eine Ballade. Leider driftet diese ein wenig ins Schlagerhafte ab und ist zu leicht vorhersehbar. Nennenswert ist allenfalls der beeindruckende Mittelteil &#8211; feinsinnig und pomp\u00f6s zugleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie &#8222;Reception&#8220; baut auch &#8222;The Broadcast&#8220; auf den Effekt und die Kraft des gesprochenen Wortes. &#8222;The Broadcast&#8220; geht auf ein kompositorisches Fragment McCartneys aus dem Jahr 1977 zur\u00fcck. Das urspr\u00fcngliche Gitarrenst\u00fcck spielt McCartney hier nun auf dem Klavier. Den Besitzer von Lympne Castle bat er, dazu aus Werken zu rezitieren, die der Schlossbibliothek entnommen wurden. Ausgew\u00e4hlt wurden Ausschnitte von &#8222;The Sport Of Kings&#8220; von Ian Hay und &#8222;The Little Man&#8220; von John Galsworthy.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Back To The Egg&#8220; schlie\u00dft mit einem anspruchsvollen und gelungenen Gute-Nacht-Lied &#8211; &#8222;Baby&#8217;s Request&#8220;. McCartney fr\u00f6nt hier erneut seiner Leidenschaft f\u00fcr Liedgut aus der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts. Schnell kommen Assoziationen wie &#8222;Honey Pie&#8220;, &#8222;When\u00a0 I&#8217;m Sixty-Four&#8220; oder &#8222;You Gave Me The Answer&#8220;. Im Unterschied zu den Genannten wurde bei &#8222;Baby&#8217;s Request&#8220; noch eine Prise Jazz hinzugef\u00fcgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Bonustracks erwarten de H\u00f6rer der remasterten CD von &#8222;Back To The Egg&#8220;. Den ersten davon, &#8222;Daytime Nightime Suffering&#8220; nennt Paul McCartney als einen seiner Wings-Favoriten, nicht zuletzt deshalb, weil auch Linda McCartney dieses St\u00fcck immer sehr gerne mochte. Es m\u00fcssen sehr pers\u00f6nliche Erinnerungen der McCartneys sein, denn au\u00dfer raffinierten Vokals\u00e4tzen ragt &#8222;Daytime Nightime Suffering&#8220; nicht unbedingt aus dem Songkatalog Paul McCartneys heraus &#8211; gewiss aber aus der Menge der B-Seiten: &#8222;Daytime Nightime Suffering&#8220; war im M\u00e4rz 1979 B-Seite der Wings-Single &#8222;Goodnight Tonight&#8220; (siehe Rezension von &#8222;McCartney II&#8220;) und beinahe h\u00e4tte ein anderer Song dort Platz gefunden, denn als die Wings &#8222;Back To The Egg&#8220; abmischten, veranstaltete Paul McCartney einen kleinen Wettbewerb: Jedes Wingsmitglied sollte innerhalb eines Wochenendes einen Song schreiben; der beste w\u00fcrde dann aufgenommen werden. Niemand war unt\u00e4tig, doch konnte wohl keines der neuen St\u00fccke sich mit McCartneys Beitrag messen, so dass die Wahl schlie\u00dflich auf\u00a0 &#8222;Daytime Nightime Suffering&#8220; fiel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genaugenommen ist &#8222;Wonderful Christmastime&#8220; kein Wings-Song, sondern McCartneys erste Solosingle seit &#8222;The Back Seat Of My Car&#8220; aus dem Jahr 1971. Nicht f\u00fcr einen Moment erreicht Paul McCartney hier die Intensit\u00e4t von Lennons Weihnachtssong &#8222;Happy Xmas (War Is Over)&#8220;. &#8222;Wonderful Christmastime&#8220; ist zwar ebenso eing\u00e4ngig, erweist sich aber vergleichsweise als Leichtgewicht und auch gef\u00fchlsneutraler. Dennoch war die Single recht erfolgreich und selbst heute noch geh\u00f6rt &#8222;Wonderful Christmastime&#8220; zum Standardrepertoire vieler Radiostationen zur Weihnachtszeit. Auch auf Weihnachtssamplern und in -filmen findet sich dieses von Paul McCartney im Alleingang eingespielte St\u00fcck regelm\u00e4\u00dfig wieder. Trotz des erw\u00e4hnten Solo-Charakters geh\u00f6rte &#8222;Wonderful Christmastime&#8220; zum Programm der Wings England-Tour 1979.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz schwach und nichtssagend ist &#8222;Rudolph The Red Nosed-Reggae&#8220;, die B-Seite von &#8222;Wonderful Christmastime&#8220;. Dieses Instrumental nach dem bekannten, von Johnny Marks geschriebenen Weihnachtslied, wurde bereits 1975 aufgenommen mit Paul McCartney am Schlagzeug und Harpsichord und Bob Loveday an der Violine. Mit Reggae hat der wohl aus einer Laune heraus entstandene Song etwa so viel gemeinsam wie ein Vegetarier mit Schweinshaxe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Back To The Egg&#8220; ist eine gute Platte. Die nur wenigen H\u00e4nger (&#8222;Again And Again And Again&#8220;, &#8222;To You&#8220;, &#8222;Love Awake&#8220;) schm\u00e4lern nicht den positiven Gesamteindruck. Mit Laurence Juber und Steve Holly hatte McCartney zudem gute Nachfolger f\u00fcr Jimmy McCulloch und Joe English gefunden und mit Chris Thomas einen Produzenten am Start mit beeindruckenden Referenzen: The Beatles, Pink Floyd, Sex Pistols &#8211; und wenig sp\u00e4ter The Pretenders. Auch stellte man mit erheblichen Aufwand einen sehenswerten Film her, der sieben Songs des Albums als Promovideos enthielt. Dar\u00fcber hinaus gaben die Wings einige Monate nach Ver\u00f6ffentlichung 19 Konzerte in England, um f\u00fcr &#8222;Back To The Egg&#8220; zu werben und um sich f\u00fcr eine Welttournee warmzuspielen (die nie stattfand*). Doch all dies konnte nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass das ambitionierte &#8222;Back To The Egg&#8220;-Projekt hinter den Erwartungen zur\u00fcckblieb: Platz 4 in England und Platz 8 in den USA f\u00fcr das Album. Als beste Single platzierte sich &#8222;Getting Closer&#8220; auf Rang 20 in den USA. Schlimmer noch: Die Musikpresse zeigte sich wenig euphorisch und lie\u00df kein gutes Haar an &#8222;Back To The Egg&#8220;. Besser lief es f\u00fcr die McCartney Solo-Nummer &#8222;Wonderful Christmastime&#8220;, die in England Rang 6 erreichte. Ein weiteres Trostpflaster: &#8222;Rockestra Theme&#8220; wurde 1980 mit dem Grammy f\u00fcr die &#8222;Beste Darbietung eines Rockinstrumentals&#8220; ausgezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesetipp: Unter &#8222;Specials&#8220; findet sich ein aufschlussreiches Interview, das ich 2002 mit Laurence Juber f\u00fchrte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anspieltipps:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Getting Closer \/ Arrow Through Me \/ Rockestra Theme \/ Winter Rose \/ Baby&#8217;s Request<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bewertung:<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><big><small><big><small><small><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/paul.gif\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/paul.gif\" \/><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/paul.gif\" \/><\/small><\/small><\/big><\/small><\/big><big><small><big><small><small><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/paul.gif\" \/><\/small><\/small><\/big><\/small><\/big><big><small><big><small><small><\/small><\/small><\/big><\/small><\/big> <strong>&#8211;<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pressestimmen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;On the whole, an album surely destined to join the production line of rock, making no mark on the fabric of contemporary music&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0 &#8211; New Musical Express, 9. Juni 1979<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Back To The Egg Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 8. 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