{"id":194,"date":"2014-01-30T17:25:21","date_gmt":"2014-01-30T17:25:21","guid":{"rendered":"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=194"},"modified":"2014-03-03T14:54:24","modified_gmt":"2014-03-03T14:54:24","slug":"2008-electric-arguments","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=194","title":{"rendered":"2008 &#8211; &#8222;Electric Arguments&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/arguments.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-892\" alt=\"arguments\" src=\"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/arguments.jpg\" width=\"332\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/arguments.jpg 332w, http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/arguments-300x271.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a><\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><strong>Electric Arguments<\/strong><\/h1>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 28. November 2008<br \/>\nLP: One Little Indian\/Rough Trade TPLP 1003 \/ 5016 958 1040 1 6<br \/>\nCD: One Little Indian\/Rough Trade TPLP 1003 CD \/\u00a0<strong>5016 958 1040<\/strong> 2 3<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Titel:<br \/>\nNothing Too Much Just Out Of Sight \/ Two Magpies \/ Sing The Changes \/ Travelling Light \/ Highway \/ Light From Your Lighthouse \/ Sun Is Shining \/ Dance &#8218;Til We&#8217;re High \/ Lifelong Passion \/ Is This Love? \/ Lovers In A Dream \/ Universal Here, Everlasting Now \/ Don&#8217;t Stop Running<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;The Fireman is no nickname &#8211; simply a warm place in the head&#8220;, so k\u00fcndet es ein Werbesticker von der H\u00fclle der neuen CD von Paul McCartneys Nebenprojekt &#8222;The Fireman&#8220;. &#8222;Electric Arguments&#8220; ist das Album betitelt und stellt die mittlerweile dritte Kooperation zwischen dem Ex-Beatle und Martin Glover (alias &#8222;Youth&#8220;) dar, dem fr\u00fcheren Bassisten der britischen Post-Punk Band Killing Joke (&#8222;Love Like Blood&#8220;). Wenn auch McCartney und Youth ein wenig vom Projektnamen The Fireman ablenken wollen und betonen, dass dieser Feuerwehrmann eher als Synonym f\u00fcr ein Lebensgef\u00fchl zu verstehen ist, so ist der breiten \u00d6ffentlichkeit die wahre Identit\u00e4t des Fireman erst jetzt offengelegt worden. Man kann es auch anders formulieren: Die beiden Vorg\u00e4ngeralben &#8222;Strawberries Oceans Ships Forest&#8220; (1993) und &#8222;Rushes&#8220; (1998) spielten in den Augen der Medienvertreter und der Musikkonsumenten kaum eine Rolle, was vor allen Dingen daran lag, dass es sich bei eben jenen Tontr\u00e4gern um Instrumentalmusik handelt, die nicht jedermanns Sache ist. In Fankreisen herrschte 1993 nur kurze Verwirrung bis zur Gewissheit, dass sich hinter The Fireman Paul McCartney verbirgt. Doch gekauft haben das Album nur die ganz harten Fans &#8211; und selbst diese bedienten sich hier (vor allem beim Deb\u00fct &#8222;Strawberries&#8230;&#8220;) nicht selten der Angebote vom Grabbeltisch. 2008 sieht es anders aus. Nach zehnj\u00e4hriger Pause hat The Fireman seine Stimme gefunden &#8211; n\u00e4mlich die von Paul McCartney. Auch die Titel des Albums erinnern nur im letzten Drittel an die Ambient-Dance-Electronic-orientierten Klanggebilde der Vorg\u00e4nger. &#8222;Electric Arguments&#8220; bewegt sich ungleich deutlicher in Richtung g\u00e4ngiger Popsong-Formate. Ungeachtet dessen ist das Album stilistisch von gro\u00dfer Bandbreite. Konzeptionell arbeiteten Paul McCartney und Youth unter der Ma\u00dfgabe, pro Tag einen Song zu schreiben und aufzunehmen. Innerhalb eines Jahres entstanden so, wann immer f\u00fcr die beiden Musiker ein Zeitfenster frei war, insgesamt 13 Songs. Paul McCartney \u00fcbernahm dabei das Songwriting und die instrumentale Ausf\u00fchrung und Youth das Mischpult.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den nicht zu \u00fcberh\u00f6renden Startschuss f\u00fcr dieses Album setzt &#8222;Nothing Too Much Just Out Of Sight&#8220;, ein Brachialgewitter aus wuchtigen Schlagzeugkanonaden, schwermetalligem, bluesgetr\u00e4nktem Sperrfeuer der E-Gitarren, gelegentlich einsetzenden Bluesharp-Zutaten und McCartneys Reibeisenorgan. Die Platte beginnt demnach ganz \u00e4hnlich, wie das Vorg\u00e4ngeralbum &#8222;Memory Almost Full&#8220; mit &#8222;Nod Your Head&#8220; aufh\u00f6rte. &#8211; nur weniger albern und blueslastiger. Man kann sich an dieser Stelle kaum vorstellen, dass es sich bei &#8222;Electric Arguments&#8220; um ein Werk mit experimentellem Ansatz handelt. &#8222;Nothing Too Much Just Out Of Sight&#8220; war der erste Song des Albums, der vor Ver\u00f6ffentlichung offiziell zum kostenlosen Download bereitstand. Auch im Radio wurde er gespielt: Beim nicht gerade McCartney-freundlichen BBC Radio 1 adelte Moderator Zane Low &#8222;Nothing Too Much &#8230;&#8220; als &#8222;Hottest record in the world right now&#8220;. Sogar die &#8222;Times&#8220; lie\u00df sich zu einem &#8222;Arcade Fire meets Led Zeppelin&#8220;-Vergleich hinrei\u00dfen. In der Tat z\u00e4hlt &#8222;Nothing Too Much &#8230;&#8220; zu den h\u00e4rtesten Songs, die er je aufgenommen hat und w\u00fcrde auf einem Led Zeppelin-Album auch nicht wie ein Fremdk\u00f6rper wirken. Der Titel basiert auf einem einzigen Akkord (E); nur kurz kommt ein zweiter (C) dazu (ab 1:55 Min.) und wenig sp\u00e4ter ein dritter (A, ab 2:07 Min.), bevor es f\u00fcr die restlichen drei Minuten wieder zur\u00fcck zu Improvisationen auf dem E geht. Das ist zwar alles ganz kernig, rockend und ungewohnt f\u00fcr McCartney, auf Dauer aber etwas monoton. Der Bass erinnert durch seine Verzerrung ein wenig\u00a0 an das Bassspiel auf &#8222;She&#8217;s Given Up Talking&#8220; (&#8222;Driving Rain&#8220;, 2001). McCartneys Stimme orientiert sich am schon erw\u00e4hnten &#8222;Nod Your Head&#8220;, aber auch an seiner Hardrock-Pionierleistung &#8222;Helter Skelter&#8220; (White Album, 1968). Das raue Organ des Ex-Beatles wird zus\u00e4tzlich verfremdet, h\u00f6chstwahrscheinlich durch das ber\u00fchmte kugelig-runde Bluesharp-Mikrofon (auch &#8222;Fahrradlampe&#8220; genannt) der Firma Shure. Aber auch dieser Effekt kann nicht vertuschen, dass McCartneys Alter seiner Stimme zugesetzt hat. So ist bei vielen Freunden und Wertsch\u00e4tzern der Singstimme Paul McCartneys schon seit einigen Jahren das H\u00f6rvergn\u00fcgen merklich getr\u00fcbt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eI love you<br \/>\nI said I love you<br \/>\nI thought you knew<br \/>\nThe last thing to do was<br \/>\nTo try to betray me<br \/>\nThe new morning light<br \/>\nI&#8217;ll never forget it<br \/>\nNothing too much just out of sight.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So klagt McCartney in &#8222;Nothing Too Much Just Out Of Sight&#8220;. Seit dem Tod von Pauls erster Frau Linda und verst\u00e4rkt seit dem Kapitel Heather Mills wird in neue Songtexte viel hineininterpretiert &#8211; meist zu viel. So waren auch bei &#8222;Nothing Too Much ..&#8220; schnell die Experten zu Stelle, die darin einen Seitenhieb auf die Frau zu sehen, die Paul McCartney so viel \u00c4rger bereitet hat. Darauf angesprochen, erkl\u00e4rte McCartney, der Song habe rein gar nichts mit Heather Mills zu tun, sondern gehe vielmehr auf einen Ausspruch eines fr\u00fcheren Bekannten namens Jimmy Scott zur\u00fcck. Dieses Zitat war die Basis und drumherum wurden quasi ohne genauen Plan Textzeilen hineingebr\u00fcllt. Dennoch ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass McCartneys Unterbewusstsein eine Rolle spielte. Jimmy Scott scheint \u00fcbrigens einige Spr\u00fcche auf Lager gehabt zu haben, denn auch das geliebt-gehasste &#8222;Ob-La-Di, Ob-La-Da&#8220; kommt aus dem Repertoire der Scottschen Erz\u00e4hlungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis in die fr\u00fchen 80er Jahre erreichte Paul McCartney mit seiner Stimme spielend die h\u00f6chsten Register. Mit zunehmenden Alter hat er an seinem Kompositionsprinzip nichts ge\u00e4ndert, auch live werden immer noch die gleichen Tonarten wie im Original gespielt. Keine Zugest\u00e4ndnisse an die nicht gerade taufrische Stimme auch im folgenden Song &#8222;Two Magpies&#8220;. Dieser Titel schl\u00e4gt leisere T\u00f6ne an und erinnert an akustische Nummern wie &#8222;Blackbird&#8220; (&#8222;White Album&#8220;, 1968) oder zuletzt &#8222;Jenny Wren&#8220; (&#8222;Chaos And Creation In The Backyard&#8220;, 2005). Der entspannte, leicht jazzige Shuffle ist typischer McCartney der relaxten Sorte. Aber warum singt McCartney erneut &#8211; diesmal Falsett &#8211; in einer Stimmlage, in der nicht mehr wirklich \u00fcberzeugen kann? So viel Zerbrechlichkeit in der Stimme tut fast schon k\u00f6rperlich weh. Auch &#8222;Two Magpies&#8220; blieb von Deutungen nicht verschont. So wurde behauptet, mit den zwei (diebischen) Elstern seien Heather Mills und ihre Schwester Fiona gemeint. Der Text bietet allerdings keinerlei Hinweise, die die These bekr\u00e4ftigen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Sing The Changes&#8220; ist ein fr\u00f6hlicher und flotter Song, dessen einfache Melodie sich sofort im Kopf des H\u00f6rers einnistet. Es ist lange her, dass Paul McCartney einen so zeitgem\u00e4\u00dfen und eing\u00e4ngigen Song der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentierte. So verwundert es nicht sonderlich, dass &#8222;Sing The Changes&#8220; als erste Singleauskopplung auserkoren wurde (Ver\u00f6ffentlichungsdatum noch unbekannt). Doch irgendetwas irritiert, irgendetwas fehlt &#8211; und bald wird klar, was es ist: Entweder fehlt der Refrain oder die Strophen. Das, was &#8222;Sing The Changes&#8220; enth\u00e4lt w\u00fcrde wegen seiner Eing\u00e4ngigkeit sowohl als Strophe als auch als Refrain herhalten. Mit etwas mehr Arbeit und Feinschliff h\u00e4tte &#8222;Sing The Changes&#8220; das Zeug zum gr\u00f6\u00dften Hit McCartneys seit &#8222;Hope Of Deliverance&#8220; (&#8222;Off The Ground&#8220;, 1993). Auf Paul McCartneys offizieller Homepage ist seit Ende November 2008 bereits ein Videoclip zu &#8222;Sing The Changes&#8220; zu sehen. Ob McCartney als Hauptakteur (vor unter hinter ein wenig hektisch wirkenden Einspielungen und Effekten) die richtige Wahl war, mag bezweifelt werden, denn sein Agieren vor der Kamera wirkt ein wenig unbeholfen und aufgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittelalter, Feen, Zauberer, Zwerge, weite Landschaft, keltische Weisen &#8211; das sind Assoziationen, die einem bei den Kl\u00e4ngen von &#8222;Travelling Light&#8220; in den Sinn kommen. Ruhig und schwebend, mit angenehmer Stimme dargeboten, tr\u00e4gt der Song den H\u00f6rer durch die eingangs geschilderten Bilder. Statt zu einem Refrain hinzuleiten folgen im Mittelteil einige Soundeffekte, die h\u00f6chtswahrscheinlich vom Moog Syntheziser oder von einem Mellotron stammen. Etwa ab 3:40 Min. schwenkt die traumwandlerische Atmosh\u00e4re pl\u00f6tzlich zu einer Art Shanti, in der ein Seemann seine Sehnsucht beschreibt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201cI\u2019ll be traveling tonight<br \/>\nOh across the sea<br \/>\nWhere she waits, she waits for me<br \/>\nAcross the broken sea<br \/>\nFrom the sea<br \/>\nFrom the sea.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer w\u00fcrde beim Wort &#8222;Highway&#8220; eine sanfte Ballade erwarten? Wohl kaum jemand. Folgerichtig geht es beim gleichnamigen Titel auch rockig weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Fortsetzung folgt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Electric Arguments Ver\u00f6ffentlicht:\u00a0 28. 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