{"id":135,"date":"2014-01-30T14:13:01","date_gmt":"2014-01-30T14:13:01","guid":{"rendered":"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=135"},"modified":"2014-02-23T16:27:33","modified_gmt":"2014-02-23T16:27:33","slug":"ringo-starr-2","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=135","title":{"rendered":"Ringo Starr"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><em><strong>\u201cJa, ich war ein Teil der Beatles. Ja, wir haben ein paar gro\u00dfartige Platten zusammen aufgenommen. Ja, ich liebe die Jungs. Aber das war\u2019s dann auch.\u201d<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Ringo Starr, b\u00fcrgerlich Richard Starkey, war nie ein Mann der gro\u00dfen Worte. Aber auch er bildete direkt nach der Trennung keine Ausnahme, wenn es darum ging, Stellung zu beziehen zur erfolgreichen Zeit mit den Beatles. Dieser Teil der Vergangenheit war abgeschlossen, man ging auf Distanz und eine Wiedervereinigung war v\u00f6llig ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Bei kompositorischen F\u00e4higkeiten, wie John Lennon, Paul McCartney aber auch George Harrison sie besa\u00dfen, war der Beatles-Split zwar eine einschneidende Z\u00e4sur, jedoch alles andere als eine Sackgasse. Musiker wie sie hatten immer eine Perspektive. Bei Ringo Starr war das anders. Er war die gute Seele der Band, erg\u00e4nzte in hervorragender Weise das Pers\u00f6nlichkeits-Spektrum der Gruppe und war zwar kein technisch versierter, aber daf\u00fcr ungeheuer gef\u00fchlvoller Schlagzeuger mit einem einzigartigen Stil. Doch als Songschreiber \u2013 er brachte es bei den Beatles gerade mal auf zwei Kompositionen \u2013 blieben seine F\u00e4higkeiten bis heute limitiert. So war der Kollaps der Beatles im Jahr 1970 f\u00fcr Ringo Starr besonders schwer zu verkraften.<\/p>\n<p>Produktiv war Ringo trotzdem und vermochte es in den fr\u00fchen 70er Jahren sogar kommerziell zu \u00fcberraschen. Neben ersten Engagements als Schauspieler (\u201cCandy\u201d, 1968 und \u201cThe Magic Christian\u201d, 1969) pr\u00e4sentierte Starr im Jahr 1970 gleich zwei (kommerziell unbedeutende) Soloalben. Da war zun\u00e4chst einmal \u201cSentimental Journey\u201d, eine Kollektion alter Standards aus dem Jazz, Swing und Schlager vergangener Jahrzehnte. Schon damals galt f\u00fcr Ringo: \u201cWith A Little Help From My Friends\u201d. Produktion und Arrangements besorgten alte Freunde: George Martin, Paul McCartney, Klaus Voormann oder auch Maurice Gibb. Nur ein paar Monate sp\u00e4ter erschien \u201cBeaucoups Of Blues\u201d, ein Ausflug in die Nashville-Szene \u2013 begleitet von hochkar\u00e4tigen Countrymusikern.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1971 hatte Ringo Starr seinen ersten Erfolg als Solok\u00fcnstler. Der mit gro\u00dfer Unterst\u00fctzung von George Harrison entstandene Song \u201cIt Don\u2019t Come Easy\u201d schaffte es sowohl in England als auch in den USA bois auf Platz 4. Die n\u00e4chste Zeit widmete sich Ringo verschiedenen Projekten. So wirkte er mit bei George Harrisons \u201cConcert For Bangla Desh\u201d, drehte mit \u201cBlindman\u201d einen weiteren Film, \u00fcbernahm den Part von Uncle Ernie in einer Neuaufnahme der Rockoper \u201cTommy\u201d von Pete Townshend und nahm mit \u201cBack Off Boogaloo\u201d eine weitere Hitsingle auf.<\/p>\n<p>1973 war ein bedeutendes Jahr in der Geschichte der Ex-Beatles. Ringo Starr gelang es, f\u00fcr sein neues Album \u201cRingo\u201d alle ehemaligen Beatles auf einer Platte zu vereinen. Die Einspielungen fanden zwar nicht direkt im Quartett statt, aber es war immerhin so etwas wie eine halbe Reunion und bot den Medien und Fans genug Anlass f\u00fcr weitere Spekulationen. \u201cRingo\u201d gilt bis heute allgemein als das \u00fcberzeugendste Soloalbum Starrs. Der Nachfolger \u201cGoodnight Vienna\u201d war nach \u00e4hnlichem Muster gestrickt, konnte allerdings nicht ganz an den immensen Erfolg ankn\u00fcpfen. Doch w\u00e4hrend \u201cGoodnight Vienna\u201d noch respektable Verk\u00e4ufe erzielte, lagen die nachfolgenden f\u00fcnf Alben wie Blei in den Regalen. Sogar das Mitwirken von Paul McCartney und George Harrison auf \u201cStop And Smell The Roses\u201d im Jahr 1981 f\u00fchrte nicht zu besseren Verkaufszahlen. St\u00e4ndige Vertragsquerelen mit den zust\u00e4ndigen Plattenfirmen (Polydor und Epic) und der mittlerweile erworbene Ruf Kassengift zu sein, hatten zur Konsequenz, dass \u201cOld Wave\u201d (1983) neben ganz wenigen anderen L\u00e4ndern nur in Deutschland und Kanada erschien. Fans aus England und USA mussten sich das Album umst\u00e4ndlich \u00fcber den Import beschaffen.<\/p>\n<p>1987 befand sich Ringo Starr f\u00fcr neue Studioaufnahmen in Memphis. Alkoholexzesse und Streitereien mit dem Produzenten zwangen Ringo, eine Ver\u00f6ffentlichung mit allen Mitteln zu verhindern. Die Krise spitzte sich zu, als Ringo und seine Frau Barbara, seit 1981 verheiratet, einsehen mussten, alkoholkrank zu sein. 1988 nahmen sie an einem sechsw\u00f6chigen Entzug in Tucson \/ Arizona teil. Nach erfolgreicher Therapie spr\u00fchte Ringo vor Tatendrang. Im Sommer 1989 setzte er seine Idee um, mit befreundeten Musikern auf eine \u201cAll Starr\u201d-Tournee zu gehen, bei der jeder Musiker f\u00fcr ein paar Songs im Rampenlicht steht. Dieses Konzept f\u00fchrt Ringo bis heute fort. In wechselnden Besetzungen geht regelm\u00e4\u00dfig eine \u201cAll Starr Band\u201d auf Tour. In Deutschland gab es 1992 und 1998 Gastspiele. Am erfolgreichsten verlaufen die Konzerte allerdings in den USA, so dass Europa in der j\u00fcngsten Vergangenheit unber\u00fccksichtigt blieb.<\/p>\n<p>Seit dem 1992er Comeback mit \u201cTime Takes Time\u201d sind auch Ringos Studioalben wieder auf h\u00f6herem Niveau. Mastermind hinter den letzten Ver\u00f6ffentlichungen ist der Musiker und Produzent Mark Hudson, der zusammen mit den \u201cRoundheads\u201d f\u00fcr Ringo ma\u00dfgeschneiderte Songs kreiert, bei denen Ringo vermehrt sogar selbst als Komponist t\u00e4tig ist. Ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Ringo und den \u201cRoundheads\u201d ist das Fernsehspecial \u201cVH-1 Storytellers\u201d. Alte und neue Songs von Ringo werden hier authentisch und dynamisch zum Vortrag gebracht \u2013 eine Qualit\u00e4t, die die oft holprig und altbacken klingenden Auftritte der \u201cAll Starrs\u201d nie erreichen.<\/p>\n<p>Doch Ringo scheint sein Leben zu genie\u00dfen, so wie es ist. Er geht stramm auf die 70 zu, schw\u00f6rt auf sein Lebensmotto \u201cPeace And Love\u201d und wirkt fit und unternehmungslustig wie lange nicht mehr. Selbst wenn er nicht wie Paul McCartney zur Riege der Megastars geh\u00f6rt: Studioalben erscheinen nun in k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden, ohne dabei merklich an Qualit\u00e4t zu leiden, die n\u00e4chste All-Starr-Tour l\u00e4sst nie lange auf sich warten und auch mit f\u00fcr ihn eher ungew\u00f6hnlichen Projekten wie Computerkunst macht Ringo Starr von sich reden.<\/p>\n<p>Gegen Ende des ersten 2000er-Jahrzehnts trennte sich Ringo nach guten Alben wie \u201cVertical Man\u201d oder \u201cRingo Rama\u201d von den Roundheads. Aufgrund des relativ abgenutzten und offenbar nur f\u00fcr das amerikanische Publikum \u00fcberzeugende All-Starr-Konzepts w\u00e4re es w\u00fcnschenswert gewesen, wenn Ringo Starr mal als alleiniger Star(r) eine Tour mit den \u201cRoundheads\u201d gewagt h\u00e4tte. Doch nun beschreitet der fr\u00fchere Beatles-Drummer einen neuen Weg: Ein Abschieds-Livealbum mit den Roundheads wurde im 2007 ver\u00f6ffentlicht. Anfang 2008 erschien ein unter der musikalischen Leitung von Dave Stewart (Ex-Eurythmics) entstandenes Studioalbum, das nach dem Postcode des Liverpooler Bezirks Dingle, in dem Ringo aufwuchs, benannt wurde: \u201cLiverpool 8\u2033. Einige ungl\u00fcckliche \u00c4u\u00dferungen und Aktionen Ringos im Zusammenhang mit seiner Liverpooler Vergangenheit und seiner Ank\u00fcndigung, keine Autogramme mehr zu schreiben, sorgten zu dieser Zeit unter den Liverpudlians und auch unter Fans f\u00fcr Unverst\u00e4ndnis und Ablehnung. Doch auf lange Sicht nehmen die Fans Ringo Starr nichts \u00fcbel. Er hat nicht die gro\u00dfe Gefolgschaft eines Paul McCartney, verf\u00fcgt jedoch \u00fcber ausreichend Sympathiewerte und Spa\u00df am Musizieren, um weiterhin Soloalben zu ver\u00f6ffentlichen (zuletzt &#8222;Ringo 2012&#8220;) und &#8211; vorzugsweise in den USA &#8211; mit seinen wechselnden All Starrs durch die Konzerthallen zu ziehen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cJa, ich war ein Teil der Beatles. Ja, wir haben ein paar gro\u00dfartige Platten zusammen aufgenommen. Ja, ich liebe die Jungs. Aber das war\u2019s dann auch.\u201d Ringo Starr, b\u00fcrgerlich Richard Starkey, war nie ein Mann der gro\u00dfen Worte. 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