{"id":131,"date":"2014-01-30T14:10:47","date_gmt":"2014-01-30T14:10:47","guid":{"rendered":"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=131"},"modified":"2014-03-10T18:18:40","modified_gmt":"2014-03-10T18:18:40","slug":"george-harrison","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=131","title":{"rendered":"George Harrison"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Zur Zeit von \u201cAll Things Must Pass\u201d, 1970:<br \/>\n<em><strong>\u201cIch war irgendwie ein bisschen paranoid. Zwischen uns gab es zu viel Misstrauen. Wie auch immer mein Soloalbum aufgenommen werden w\u00fcrde, ob erfolgreich oder nicht: Ich f\u00fchlte nur, dass ich jetzt auf eigenen Beinen stehen musste, um endlich ein wenig Seelenfrieden zu finden. Das dann umzusetzen war einfach wunderbar, die Erf\u00fcllung des gr\u00f6\u00dften Traumes. Selbst vor den ersten Aufnahmen wusste ich, dass es ein gutes Album werden w\u00fcrde, weil ich so viele Songs auf Lager hatte und voller Energie war.\u201d<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>\u201cEs ist pure Fantasterei, die Beatles wieder zusammenzubringen. Falls wir das jemals tun sollten, dann nur, weil alle pleite sind. Ich habe lieber Willie Weeks am Bass als Paul McCartney. Paul ist ein toller Bassist, aber ein bisschen zu dominant. Ich w\u00fcrde jederzeit in eine Band mit John Lennon einsteigen, aber eben nicht mit Paul McCartney.\u201d<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>\u201cSolange John Lennon tot ist, wird es keine Wiedervereinigung der Beatles geben.\u201d<\/strong><\/em><\/p>\n<p>George Harrison war der erste Beatle, der ein Soloalbum ver\u00f6ffentlichte. Doch kann man \u201cWonderwall Music\u201d (bei all seiner Sch\u00f6nheit und Exotik) und das darauf folgende Machwerk \u201cElectronic Sound\u201d als experimentelle Nebenprodukte betrachten. Sein erstes \u201cregul\u00e4res\u201d Soloalbum erschien zum Jahresende 1970: \u201cAll Things Must Pass\u201d. In diesem Jahr hatten sowohl John Lennon als auch Paul McCartney und Ringo Starr Alben ver\u00f6ffentlicht, doch der als \u201cstille Beatle\u201d bekannte George Harrison \u00fcbertraf sie alle. Sp\u00e4testens als der Mega-Seller \u201cMy Sweet Lord\u201d ausgekoppelt wurde und \u00fcberall an die Charts toppte, wurde klar, dass sich hier ein Musiker emanzipierte, der innerhalb der Beatles nie seine ganze Kreativit\u00e4t entfalten konnte. Er musste stets hinter den Bossen John Lennon und Paul McCartney zur\u00fcckstehen und bekam (mit Ausnahme von \u201cRevolver\u201d) pro Album lediglich zwei Songs zugesprochen.<\/p>\n<p>Doch \u201cAll Things Must Pass\u201d war eine Befreiung, wie oben zu lesen \u201cder Traum aller Tr\u00e4ume\u201d. 1971 war George Harrison ein Superstar, \u00fcber alle Ma\u00dfen erfolgreich. So verwundert es nicht, dass es George Harrison war, der im selben Jahr mit dem heute legend\u00e4ren \u201cThe Concert For Bangla Desh\u201d ein Benefizkonzert auf die Beine stellte, das Gr\u00f6\u00dfen wie Ringo Starr, Eric Clapton, Bob Dylan und viele andere vereinte und so zum Urahn aller folgenden Wohlt\u00e4tigkeitskonzerte wurde \u2013 insbesondere \u201cLive Aid\u201d w\u00e4re hier zu nennen.<\/p>\n<p>Harrisons Ruhm war auch bei Ver\u00f6ffentlichung seines n\u00e4chsten Studioalbums \u201cLiving In The Material World\u201d ungebrochen. Album und Single erreichten Platz 1 der Charts, wenngleich auch die Stimmen derer lauter wurden, die es nicht ertragen konnten, mit welchen missionarischen Eifer Harrison seinen Glauben dem Publikum \u201caufdr\u00fcckte\u201d. Im Auge der \u00d6ffentlichkeit geriet das hastig aufgenommene Album \u201cDark Horse\u201d sowie die gleichnamige Tournee durch Nordamerika Ende 1974 zu einem ausgewachsenen Desaster. George Harrisons Stimme befand sich in einem katastrophalen Zustand, die Hallen waren vergleichsweise schlecht besucht und das Publikum hatte wenig Interesse an Ravi Shankar und seinen indischen Musikern, die ihren Auftritt zwischen dem ersten und zweiten Set Harrisons hatten.<\/p>\n<p>Als w\u00e4re das nicht genug Ungemach, musste sich George Harrison seiner gescheiterten Ehe mit dem Fotomodell Patti Boyd stellen, die fortan mit Harrisons Freund Eric Clapton zusammenlebte und diesen sp\u00e4ter auch heiratete. Oberfl\u00e4chlich betrachtet nahm es George Harrison gelassen hin und war sogar bereit, f\u00fcr sein n\u00e4chstes Album religi\u00f6se Themen au\u00dfen vor zu lassen. Aber dem \u00e4u\u00dferst melancholischen \u201cExtra Texture\u201d war kein nennenswerter Erfolg beschieden. Zu allem \u00dcberfluss erkrankte Harrison an Hepatitis, doch als 1976 \u201cThirty-Three &amp; 1\/3 \u201d erschien, verbl\u00fcffte Harrison mit frischer Stimme und optimistischeren Songs. Der Trend setzte sich 1979 auf dem Album \u201cGeorge Harrison\u201d fort, das seinerzeit allgemein als das beste Werk seit \u201cAll Things Must Pass\u201d angesehen wurde. Gr\u00fcnde f\u00fcr die angestiegene Erfolgskurve waren sicherlich auch im privaten Gl\u00fcck gegeben: George Harrison heiratete 1978 seine langj\u00e4hrige Freundin Olivia Arias, die im gleichen Jahr den einzigen gemeinsamen Sohn zur Welt brachte: Dhani.<\/p>\n<p>Nach John Lennons Ermordung nahm George Harrison den recht erfolgreichen Tribut-Song \u201cAll Those Years Ago\u201d auf, f\u00fcr den er sogar Paul McCartney und Ringo Starr gewinnen konnte. Trotz der Single war dem Album \u201cSomewhere in England\u201d nur m\u00e4\u00dfiger Erfolg beschieden. Der Nachfolger \u201cGone Troppo\u201d (1982) verstaubte gar in den Regalen. George Harrison hatte einstweilen die Nase voll vom Musikgesch\u00e4ft und lie\u00df erstmals eine lange Pause zwischen zwei Ver\u00f6ffentlichungen verstreichen.<\/p>\n<p>Seine R\u00fcckkehr (obgleich er in Interviews betonte, nie weg gewesen zu sein) im Jahr 1987 war umso eindrucksvoller. Das mithilfe prominenter Freunde wie Ringo Starr, Eric Clapton oder Elton John aufgenommen Album \u201cCloud Nine\u201d \u00fcberzeugte auf ganzer Linie und warf sogar wieder einen Nummer Eins-Hit ab. Auf einer Erfolgswelle schwimmend formierte George Harrison aus einer Laune heraus eine Superstar-Combo, die sich \u201cThe Traveling Wilburys\u201d nannte. Gemeinsam mit Bob Dylan, Roy Orbison, Jeff Lynne und Tom Petty entstand ein \u00fcberaus erfolgreiches und fr\u00f6hliches Album, dem die ausgelassene Stimmung ihrer Protagonisten deutlich anzuh\u00f6ren ist. Nach dem pl\u00f6tzlichen Tod Roy Orbisons nahm das Rest-Quartett nur noch eine weitere Platte auf und verzichtete in den kommenden Jahren auf eine Fortsetzung des Projekts. Unterdessen lie\u00df sich George Harrison 1991 durch den alten Weggef\u00e4hrten Eric Clapton zu einer gemeinsamen Tournee durch Japan \u00fcberreden. Trotz des Erfolges des Comebacks auf die B\u00fchne gab es mit einer Ausnahme (London 1992) bis zu Harrisons Tod keine weiteren Konzerte.<\/p>\n<p>Mitte der 90er Jahre war George Harrison stark involviert in die Erstellung der Beatles Anthology und der remasterten Version des \u201cYellow Submarine Songtracks\u201d. In diese Zeit f\u00e4llt die f\u00fcr alle schockierende Krebs-Diagnose Harrisons, der sein Leben lang starker Raucher war. Doch er k\u00e4mpfte gegen die Krankheit mit allen zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln. Am 30.12.1999, zu einem Zeitpunkt, als er sich wieder h\u00e4ufiger in der \u00d6ffentlichkeit sehen lie\u00df und optimistisch in die Zukunft blickte, wurde auf George Harrison ein Attentat ver\u00fcbt. Der T\u00e4ter war, wie seinerzeit bei John Lennon, ein geistig verwirrter Fan, der in der Nacht in Harrisons Anwesen einbrach und diesen schwer verletzte. Olivia Harrison \u00fcberw\u00e4ltigte den Attent\u00e4ter und rettete durch ihr beherztes Eingreifen ihrem Mann das Leben.<\/p>\n<p>Doch George Harrisons Gesundheit erfuhr sicherlich auch beg\u00fcnstigt durch dieses Ereignis einen schweren R\u00fcckschlag. Die Metastasen erreichten nun auch das Gehirn. Behandlungen in der Schweiz und den USA brachten keine Hilfe mehr und so verstarb George Harrison am 29. November 2001 im Haus eines Freundes in Los Angeles.<\/p>\n<p>Nach George Harrisons Tod wurde \u201cMy Sweet Lord\u201d als Single neu aufgelegt und wurde zu seiner bis heute letzten Nummer Eins. Posthum erschien das hervorragende Album \u201cBrainwashed\u201d, eine Sammlung von bis dahin unbekannten Songs unterschiedlichen Datums. George Harrison selbst arbeitete bereits daran und beauftragte seinen Sohn Dhani sowie Jeff Lynne mit der Fertigstellung des Albums. Auf den Tag genau ein Jahr nach Harrisons Tod versammelten sich viele seiner Freunde zu einem denkw\u00fcrdigen \u201cConcert For George\u201d in der Londoner Royal Albert Hall. Mit von der Partie waren u.a.: Paul McCartney, Ringo Starr, Eric Clapton, Ravi Shankar, Billy Preston, Jeff Lynne, Tom Petty oder auch Klaus Voormann.<\/p>\n<p>\u201cBrainwashed\u201d \u2013 ausgezeichnet mit einem Grammy \u2013 ist sicherlich nicht die letzte Harrison-Ver\u00f6ffentlichung. Georges Sohn Dhani betreut den musikalischen Nachlass seines Vaters, der selbst alle k\u00fcnftigen Projekte sorgf\u00e4ltig vorbereitet hat. Eine bedeutende posthume Ver\u00f6ffentlichung war die Box mit remasterten Versionen seiner Alben von 1977 bis 1992 sowie klangliche Aufarbeitungen des \u201cConcert For Bangla Desh\u201d und \u201cLiving In The Material World\u201d. Ebenfalls unter dem Titel &#8222;Living In The Material World&#8220; drehte Star-Regisser Martin Scorsese eine vielbeachtete Dokumentation \u00fcber das Leben und Werk George Harrisons. Dazu erschien eine &#8222;Early Takes&#8220; genannte kleine Sammlung von bis dahin unver\u00f6ffentlichten akustischen Harrison-Titeln im Fr\u00fchstadium. Weitere Aufnahmen werden sicher folgen, doch angelehnt an die letzten \u00fcberlieferten Worte Harrisons ist damit keine Eile verbunden: \u201cEverything else can wait, but the search for God cannot wait \u2026 and love one another\u201d.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Zeit von \u201cAll Things Must Pass\u201d, 1970: \u201cIch war irgendwie ein bisschen paranoid. 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