{"id":1231,"date":"2014-02-14T18:09:18","date_gmt":"2014-02-14T18:09:18","guid":{"rendered":"http:\/\/lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=1231"},"modified":"2014-03-03T14:54:10","modified_gmt":"2014-03-03T14:54:10","slug":"2007-strawberries-in-liverpool","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.lmw-28if.de\/exbeatles\/?page_id=1231","title":{"rendered":"2007 &#8211; Strawberries in Liverpool"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nach 1999 reiste ich im Sommer 2007 zum zweiten Mal in die Heimatstadt der Beatles. Gleichzeitig war dies auch der erste Liverpool-Aufenthalt, der in die traditionelle Beatle-Week fiel. Zusammen mit neun Freunden aus dem Erdbeerfelder-Forum genoss ich vom 21. bis 26. August eine erlebnisreiche Woche. Hier ist der Bericht:<\/p>\n<p>_________________________________________________________<\/p>\n<h1><strong>LIVERPOOL 2007<\/strong><\/h1>\n<h2><strong>A mystery trip \u2013 Satisfaction guaranteed<\/strong><\/h2>\n<h5>(Alle Fotos: \u00a9 Ansgar Bellersen &#8211; Verwendung nur mit ausdr\u00fccklicher Genehmigung)<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gutes dreiviertel Jahr lag zwischen der Planung und der Verwirklichung unsere Englandreise 2007. Zun\u00e4chst wollten wir nur als kleine M\u00e4nnerrunde zum 50. Jahrestag des ersten Treffens zwischen John Lennon und Paul McCartney nach Liverpool fahren. Doch leider lie\u00df sich der Termin am 6. Juli nicht realisieren. Umso sch\u00f6ner war es schlie\u00dflich, dass aus der kleinen Erdbeerfelder-Abordnung dann ein doch sehr stattliches Gr\u00fcppchen von 10 Beatlesfreunden wurde. Mit der Reise nach Liverpool endeten meine Sommerferien mit einem Paukenschlag. Lange habe ich mich darauf gefreut und obwohl wir ein paar Ausflugsstationen nicht mehr schafften, sind meine Erwartungen an diese Fahrt nicht nur erf\u00fcllt, sondern ganz locker \u00fcbertroffen worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend sich drei Erdbeeren (Julia, Nadja und Sebastian) direkt in Liverpool niederlie\u00dfen, zog es uns restliche Englandfahrer (Heidi, Karsten, Marino, Martin, Sunny, Sascha und Mr. Bellersen himself) ins knapp \u00fcber 50 Meilen n\u00f6rdlich von Liverpool gelegene Blackpool. Dieses mittlerweile etwas heruntergekommene Seebad war uns vor allen Dingen durch das Hotel sympathisch, in dem wir wohnten. Was konnte f\u00fcr uns passender sein als das \u201eStrawberry Fields Hotel\u201c?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Dienstag, den 21. August befahl mir mein Wecker, um 5:00 Uhr aufzustehen. Dass das keine Freude ist, sollte nachvollziehbar sein. Doch der Grund f\u00fcr diese \u00dcbung war Motivation genug. Nachdem ich gegen 6:30 Uhr das Haus verlie\u00df, erreichte ich ohne Probleme ca. zwei Stunden sp\u00e4ter den Hamburger Flughafen. Dort war ich mit Neu-Erdbeere Karsten verabredet. Ich hatte ihn zuvor noch nicht gesehen, aber \u00fcber\u2019s Handy empfahl er mir, nach einem \u201elangen Elend\u201c Ausschau zu halten. Und so war\u2019s auch. Es kommt relativ selten vor, dass ich bei Unterhaltungen zu jemandem aufschauen muss. Doch im Vergleich zu Karsten kam ich mir wie ein Hobbit vor. Das passiert mir also auch mal. Als wir auf dem Weg zu unserem Gate waren, konnten wir dann auch die aus S\u00fcddeutschland angereiste Heidi begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Flieger startete bei stetigem Regen plangem\u00e4\u00df um 10:50 Uhr. Nur etwa eine Stunde sp\u00e4ter landeten wir in Manchester bei ungleich sch\u00f6nerem Wetter. Das sollte sich auch in den folgenden Tagen nicht \u00e4ndern: Nicht einen Tropfen bekamen wir ab. Heidi, Karsten und ich begaben uns in die Haupthalle der Arrivals und schauten uns, w\u00e4hrend wir auf Martin und Marino warteten, ein bisschen um. Bei europcar meldete ich mich schon einmal an, nachher den bestellten Mietwagen abzuholen. An gleicher Stelle besorgte ich mir dann eine England-Stra\u00dfenkarte. Es war bald 13:30 Uhr, als auch Martin und Marino sich an unseren Tisch beim Burger King setzten (wobei Karsten, Heidi und ich uns Cappucino und Sandwich im Caf\u00e9 nebenan besorgten). Bald darauf holten wir dann unseren Mietwagen, einen Kia. Dieses VW Golf-\u00e4hnliche Modell hatte zwar gewisse Probleme, das Gep\u00e4ck von f\u00fcnf Personen aufzunehmen, aber letztlich hat es dann doch geklappt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e53 Meilen\u201c h\u00f6rt sich nicht so viel an. Die Fahrten dauerten aber dann doch immer ziemlich lange und vorausschauend betrachtet w\u00fcrden wir uns beim n\u00e4chsten Mal doch lieber direkt in Liverpool niederlassen. Doch wir waren jetzt erst einmal im Strawberry Fields Hotel in Blackpool und wurden von unseren \u201eHerbergseltern\u201c Pete und Trisha herzlich in Empfang genommen. Nachdem wir unsere Sachen untergebracht hatten, begaben wir uns noch an die Promenade von Blackpool. Bevor wir dort weiter flanierten, meldeten sich unsere M\u00e4gen. Wir kehrten beim Italiener ein. Ich selbst war wenig angetan von dem, was mir da kredenzt wurde. Meine Pizza war nur am Rand kross und das schwarze Etwas als Belag entpuppte sich nach l\u00e4ngerer Untersuchung als verbrannte Champignons. Satt geworden sind wir aber wohl trotzdem alle. Der sch\u00f6ne Sonnenuntergang am Pier entsch\u00e4digte dann jedoch voll und ganz.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 427px;\" alt=\"Sonnenuntergang in Blackpool\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/01_blackpool_sonnenuntergang_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Sonnenuntergang an Blackpools Promenade<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte jetzt denken, nun sei ein anstrengender Tag zu Ende gewesen. Weit gefehlt. Jetzt ging es erst richtig los. In der Kellerbar des Strawberry Fields Hotel zapfte Pete ein Lager nach dem anderen und es dauerte nicht lange, da zog es B\u00fchnensau (Stage Pig :wink:) Marino zur Karaoke. Zusammen mit Sunny schmetterte er Beatles-Weisen, dass es eine wahre Wonne war. Irgendwann schwappte die Euphoriewelle dann auch zu uns \u201eNicht-S\u00e4ngern\u201c her\u00fcber und unser Karaoke-Sperrfeuer schien gar kein Ende zu nehmen. Viele Pints und unz\u00e4hlige Fotos sp\u00e4ter war Pete wohl ganz dankbar, als wir zufrieden in unsere Zimmer trotteten. In der Nacht beschloss ich \u00fcbrigens, durch mutige Schnarchsalven meinen Zimmergenossen Marino vor wilden Tieren zu besch\u00fctzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 431px;\" alt=\"Karaoke mit Marino und Sunny\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/02_karaoke_furioso_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Karaoke Furioso &#8211; diese Nacht wird keiner so schnell vergessen<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Strawberry Fields Hotel\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/02a_SF_Hotel_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Am n\u00e4chsten Morgen kurz vor Abfahrt nach Liverpool:<br \/>\nMarino vor dem Strawberry Fields Hotel<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Fr\u00fchst\u00fcck wurde uns sehr deutlich, dass wir uns in einem anderen Land befanden. Wer isst bei uns direkt nach dem Aufstehen schon gerne W\u00fcrstchen, Bohnen, Kartoffelecken, Schinkenspeck etc.? Besonders die Veggies unter uns begannen nicht gerade zu frohlocken. Egal, denn es winkte ja der erste Liverpool-Tag. Am Albert Dock erwartete uns beinahe mediterranes Wetter. Vor der Kulisse des ber\u00fchmten Liver-Building (taucht z.B. auch im \u201eReal Love\u201c-Video der Beatles auf) entstand das erste Gruppenfoto.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 473px;\" alt=\"Pierhead Gruppenfoto\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/03_erdbeeren_liverpool_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die Erdbeeren sind endlich in Beatle-City angekommen:<\/em><br \/>\n<em>(v.l.n.r.: Ansgar, Sebastian, Julia, Marino, Karsten, Nadja, Sunny, Sascha und Martin. Nicht im Bild: Heidi)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann am Albert Dock eine Menge machen: die \u201eBeatles Story\u201c besuchen, mit dem Amphibien-Fahrzeug \u201eYellow Duckmarine\u201c (hei\u00dft wirklich so) eine Fahrt unternehmen, in die Tate Gallery oder ganz einfach spazieren gehen. Wir aber hatten einen Termin. Um 14:10 Uhr sollte unsere Beatles-Sightseeing-\u201eMagical Mystery Tour\u201c starten. Leider versp\u00e4tete sich der Bus so sehr, dass wir schon begannen daran zu zweifeln, \u00fcberhaupt abgeholt zu werden. Doch wir vertrieben uns die Zeit uns lernten ganz nebenbei zwei sehr nette Beatles-Fans aus K\u00f6ln kennen: Gregor (seit ein paar Tagen als \u201edakota\u201c hier im Forum angemeldet) mit seiner Tochter Lena. Doch dann ging es los. Zwar mit leichter Entt\u00e4uschung, da wir nicht mit dem sch\u00f6nen MMT-Bus-Oldie, sondern mit einem stinknormalen Reisebus fuhren, aber es ging los. An einigen Stationen fuhren wir nur vorbei, so z.B. an Empire Theatre, wo die Beatles mehrfach auftraten, das College Of Art oder das Liverpool Institute (das heutige LIPA). Die erste Station aber, an der wir alle ausstiegen, war das Geburtshaus von George Harrison: 12, Arnold Grove. Wie schon bei meinem ersten Liverpool-Besuch 1999 war dies wieder ein besonderer Moment. Unglaublich, dass die sechsk\u00f6pfige Familie Harrison dieses Mini-Haus bewohnte, wenn man wei\u00df zu welchem Ruhm George sp\u00e4ter aufstieg und in welchem Palast (Friar Park) er sp\u00e4ter selbst lebte. Was unser Tour Guide alles erkl\u00e4rte, war uns bekannt und ging ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder hinaus. Was z\u00e4hlte, war die Stimmung, die dieser Ort f\u00fcr uns ausstrahlte.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 400px; height: 614px;\" alt=\"Arnold Grove\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/04_Arnold_Grove_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>12, Arnold Grove &#8211; Das Geburtshaus von George Harrison<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Ort der ersten Begegnung von John und Paul, St. Peter\u2019s Church, sahen wir ebenfalls nur im Vorbeifahren. Den n\u00e4chsten Stopp machten wir in der Beaconsfield Road am legend\u00e4ren roten Tor des ehemaligen Kinderheims \u201eStrawberry Field\u201c. John Lennon machte diesen Ort aus seiner Kindheit mit \u201eStrawberry Fields Forever\u201c unsterblich. Bei einer relativ gro\u00dfen Touri-Gruppe wie der unsrigen ist es nicht ganz einfach, Fotos zu machen, auf denen niemand anders (als man selbst) abgebildet ist. Auch wenn es irgendwie doch klappte: Dieses Tor wollten wir noch einmal an einem anderen Tag in Ruhe und ohne weitere Touristen besuchen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Strawberry Field Gate\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/05_SF_gate_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Das schmiedeeiserne Tor von Strawberry Field<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quasi um die Ecke befindet sich \u201eMendips\u201c, das Haus, in dem John Lennon bei Tante Mimi und Onkel George aufwuchs. Auch daran fuhren wir vorbei, was aber nicht weiter schlimm war, da wir ja f\u00fcr den folgenden Tag die Tour zu den H\u00e4usern von John (Mendips) und Paul (Forthlin Road) gebucht hatten. Die letzte Station zum Aussteigen war eine Stra\u00dfenecke der Penny Lane. Auch hier wurde an den Schildern ausgiebig fotografiert. Das im Song \u201ePenny Lane\u201c verewigte Stra\u00dfenbild mit Roundabout, Bank und Friseur sparten wir uns ebenfalls f\u00fcr einen sp\u00e4teren Besuch auf. Die Tour endete dann im Cavern Quarter, Ecke Mathew Street. Ein Bauzaun mit \u00fcberdimensionalen Beatles-Konterfeis k\u00fcndet schon vom Hard Day\u2019s Night-Hotel, das an dieser Stelle entstehen soll. Die erste Adresse f\u00fcr das n\u00e4chste Erdbeerfelder-Treffen in Liverpool!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 430px;\" alt=\"AHDN Hotel Bauzaun\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/05a_AHDNN_Hotel_bauzaun_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Hinter diesem Bauzaun entsteht das &#8222;Hard Day&#8217;s Night Hotel&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Mathew Street sahen wir uns den Cavern Pub und schr\u00e4g gegen\u00fcber den wenige Meter neben dem urspr\u00fcnglichen Standort wiedererrichteten Cavern Club an. Auch wenn es nur eine Nachbildung ist: Man kann sich gut vorstellen, wie die Beatles in diesem Gem\u00e4uer ihre f\u00fcr alle Beteiligten schwei\u00dftreibenden Konzerte gaben. Weiter ging\u2019s mit einer Stippvisite in einer Einkaufspassage, in der sich u.a. ein Beatles-Shop befand. Nat\u00fcrlich gingen hier auch einige Scheine \u00fcber den Kassentresen. Wir befanden uns schon in den Abendstunden und so nahmen wir unser Essen in der \u201eSpice Lounge\u201c ein, einem indischen Restaurant. Das Speisen waren lecker, nur das Bestellen, Servieren und Abrechnen schien das Personal v\u00f6llig zu \u00fcberfordern. Das reinste Chaos. Wir nahmen es aber mit Humor. Ein paar Fotos noch vom sch\u00f6n beleuchteten Albert Dock, und dann verabschiedeten wir uns schon von den Liverpooler Erdbeeren Julia, Nadja und Sebastian.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Albert Dock by night\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/06_albertdock_by_night_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Liverpools Albert Dock in abendlicher Beleuchtung<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Suche nach unserem Hotel gestaltet sich etwas kompliziert und unser bewachter Parkplatz war nun auch geschlossen, so dass wir f\u00fcr unsere zwei Autos Stellpl\u00e4tze auf der Stra\u00dfe suchen mussten. Marino musste (warum auch immer *grins*) Schlaf nachholen und ging auf\u2019s Zimmer. Sunny und Sascha waren leider nicht mehr gesehen und so ging ich noch mit Heidi, Martin und Karsten an die Promenade. Doch dort war um Mitternacht nun auch nichts mehr los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Morgen mussten wir vor dem Fr\u00fchst\u00fcck starten um zu unserer Mendips\/Forthlin Road-Tour um 10:50 Uhr p\u00fcnktlich zu kommen. Sunny und Sascha wollten an dieser Tour nicht teilnehmen, wohl aber mit nach Liverpool kommen. Da wir uns in der letzten Nacht aber nicht mehr richtig absprechen konnten und Sunny auch telefonisch nicht zu erreichen war (zudem waren Pete und Trisha noch nicht wach und die Zimmernummer von Sunny und Sascha nicht bekannt), fuhren wir schon mal los in der Hoffnung, dass die Beiden noch nachkommen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 551px;\" alt=\"Strawberry Four\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/07_Fab_Strawberry_Four_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die Fab Strawberry Four: Zu neuen Schandtaten bereit!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Liverpool dann leichtes Verwirrspiel um unseren Treffpunkt f\u00fcr die Tour, doch dann sa\u00dfen wir schlie\u00dflich im Kleinbus, der uns zun\u00e4chst in die Menlove Avenue fuhr. Beide H\u00e4user, Mendips (John) und Forthlin Road (Paul) sind vom National Trust in ihren urspr\u00fcnglichen Zustand zur\u00fcckversetzt worden, so wie John und Paul es eben kannten. Nur gut 10 Personen werden pro Tour zugelassen. Es empfiehlt sich daher unbedingt, diese Besichtigungen im Voraus anzumelden. Nun denn, wir traten schon mit ein wenig Ehrfurcht durch die Einfahrt von Mendips. Eine nette Dame empfing uns und wusste schon im Au\u00dfenbereich allerlei Interessantes zu erz\u00e4hlen. Fotos sollten wir noch nicht machen, sondern erst ins Haus folgen. Die Kameras mussten abgegeben werden und anschlie\u00dfen hatten wir eine gute halbe Stunde in dem Haus, das einen bedeutenden Platz in der Beatles-Geschichte hat. Hier schrieb John schon einige fr\u00fche Songs, hier trafen sich nicht nur John, Paul und George in der Pre-Fab-Four-Phase und probten in der Front Porch dank guter Akustik den Satzgesang, sondern hier suchten die Beatles z.B. auch Zuflucht nach der Premiere des Films \u201eA Hard Day\u2019s Night\u201c. Ich denke, dass sich f\u00fcr Beatles-Fans, die nach Liverpool reisen, in den H\u00e4usern von Lennon und McCartney ein Gef\u00fchl entfaltet, dass durch nichts zu toppen ist. Man f\u00fchlt sich hier seinen Idolen eben am n\u00e4chsten und wei\u00df, dass sich an diesen Orten Musikgeschichte abgespielt hat. Man hat kaum Zeit, sich zu sammeln, da geht es schon wieder nach drau\u00dfen um ein paar Erinnerungsfotos zu schie\u00dfen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 450px; height: 600px;\" alt=\"Mendips\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/08_Mendips_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Mendips: In jenem Haus fiel Tante Mimis legend\u00e4rer Satz: &#8222;A guitar&#8217;s all right, John, but you&#8217;ll never earn your living by it!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir konnten gar nicht genug bekommen und mussten beinahe schon in den Bus geschubst werden. Der Zeitplan verlangte, dass wir zur\u00fcckzufahren hatten. In der Forthlin Road Nummer 20 erwartete uns der \u201eHausmeister\u201c John Halliday (Paul nicht un\u00e4hnlich), der nicht nur die F\u00fchrungen \u00fcbernimmt, sondern dieses Haus auch bewohnt. Muss ein seltsames Gef\u00fchl sein. Im Vergleich zu Mendips ist hier alles ein bisschen kleiner und bescheidener. Nicht umsonst staunte Paul McCartney bei seinem ersten Besuch bei John dar\u00fcber, dass es dort sogar ein B\u00fccherregal gab und dass John auch alle B\u00fccher darin gelesen hatte. Paul bezeichnete Tante Mimis Haus als \u201eposh\u201c, also vornehm. Als ich &#8217;99 in der Forthlin Road war, gab es einen Audio-Guide. Man bekam einen Kopfh\u00f6rer und konnte an verschiedenen Pl\u00e4tzen im Haus Erkl\u00e4rung im O-Ton von z.B. Paul oder seinem Bruder Michael abrufen. Das fand ich ganz sch\u00f6n, doch dieses System wird zurzeit \u00fcberarbeitet und daher \u00fcbernimmt Mr. Halliday die F\u00fchrungen \u2013 und das durchaus mit Humor. Neben dem Wohnzimmer, in dem Paul und John gut 20 Songs schrieben, war besonders der Blick in den kleinen Garten der McCartneys interessant. Hier machte Michael McCartney ein Foto, das Paul 2005 als Cover f\u00fcr sein Album \u201eChaos And Creation In The Backyard\u201c verwendete. Auch hier ist das Fotografieren im Haus verboten. Daher wurde drau\u00dfen noch viel geknipst, bevor es dann wieder zur\u00fcck ging zum Ausgangspunkt der Tour.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Forthlin Road\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/09_Forthlin_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Bei McCartneys in der Forthlin Road<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur ein paar Schritte und schon befanden wir uns in einem Museum, in dem eine Ausstellung mit Beatles-Fotos eines ungarischen Fotografen zu sehen war. Gezeigt wurden haupts\u00e4chlich Bilder aus der \u201eHelp!\u201c und \u201eRubber Soul\u201c-Phase. Viele davon waren mir unbekannt. Anschlie\u00dfend wollte wieder Geld den Besitzer wechseln, dieses Mal im alteingesessenen Beatles-Shop in der Mathew Street. Hier kaufte ich u.a. das Buch \u201eAt The Apple\u2019s Core\u201c von Denis O\u2019Dell (weder verwandt noch verschw\u00e4gert :wink:) und ein Beatles Monthly vom Juli 1965 (zu dieser Zeit begab es sich, dass die Familie Bellersen ihren Erstgeborenen begr\u00fc\u00dfen konnte). Aber auch Marino war selbstredend wieder flei\u00dfig im Devotionalien-Erwerb. Nach einem kleinen Snack im \u201eLucy In The Sky\u201c-Bistro (wo wir b\u00f6se ausgeschimpft und zurechtgewiesen wurden, weil wir zwei Tische zusammenschieben wollten) gingen wir noch einmal ins Cavern. Hier war noch nichts los. Als wir wieder die Treppen hochmarschierten, fiel mir eine kleine Dame im fortgeschrittenen Alter auf, die sich im Eingangsbereich des Cavern ein Plakat ansah, auf dem der Spielplan der Bands im Cavern aufgelistet war. Ich war mir sehr sicher, fragte sie aber trotzdem h\u00f6flich, ob sie denn Julia Baird sei, John Lennons Schwester. Sie war sehr freundlich und sagte ja, und ob wir uns schon kennen w\u00fcrden. Dies verneinte ich, aber nachdem ich ihr davon erz\u00e4hlte, schien sie sich an 1990 zu erinnern, als Frank anl\u00e4sslich einer Ausstellung zum 50. Geburtstag von John Lennon die Gelegenheit hatte, Julia Baird und Cynthia Lennon Hamburg zu zeigen. Auf diese Weise war Frank nun irgendwie doch Teil unserer Liverpool-Reise. Obwohl es auf dem Foto vielleicht nicht so aussieht, war Julia Baird sehr freundlich und lie\u00df sich gerne mit mir fotografieren. Die \u00fcbrigen Erdbeeren fragten mich \u00fcbrigens hinterher: &#8222;H\u00e4? Wer war denn das?&#8220;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Julia Baird\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/10_Julia_Baird_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Vor dem Cavern mit John Lennons (Halb-)Schwester Julia Baird<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Direkt im Anschluss daran begaben wir uns wieder Richtung Albert Dock. Wieder mal dr\u00e4ngte die Zeit, denn wir wussten ja, dass die \u201eBeatles Story\u201c bereits um 18:00 Uhr schlie\u00dfen wurde. Auch in dieser Ausstellung st\u00f6rte uns das Fotografier-Verbot nicht weiter. Diese Ausstellung \u2013 auch wenn Sie ihre Schw\u00e4chen hat (vor allem die Post-Beatles-\u00c4ra wurde all zu knapp abgehandelt) \u2013 h\u00e4tten wir uns gerne ausf\u00fchrlicher angesehen. Zu jedem wichtigen Exponat gab es einen Kommentar per Audio-Guide, doch schon bei Nr. 18 (von 43) wurden wir von einem Ausstellungs-Mitarbeiter dazu angehalten, uns doch ein bisschen zu beeilen. So blieb uns weniger als eine halbe Stunde, denn wir wollten nat\u00fcrlich auch noch im Shop der \u201eBeatles Story\u201c st\u00f6bern. \u00c4hm \u2026 nicht nur st\u00f6bern, sondern auch \u2013 r\u00f6\u00f6\u00f6cht\u00f6\u00f6\u00f6\u00f6ch \u2013 kaufen!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Beatles Story\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/11_Beatles_Story_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Vorwurfsvoller Blick des Paten: \u201eKeine Fotos hier!\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich konnten wir auch die am Vortag geschriebenen Postkarten mit Beatles-Marken versehen und abschicken. Einige von uns waren eher abgeneigt, zum Essen in den benachbarten Pumphouse Inn zu gehen, doch im Nachhinein waren alle ganz angetan. Die Preise waren O.K. und das Essen sehr lecker. Ich selbst w\u00e4hlte wie zuletzt 1999 das hervorragende Irish Stew. Danach ging es erneut ins Cavern Quarter. Im Cavern Pub sahen wir zun\u00e4chst eine spanische und am sp\u00e4teren Abend eine argentinische Beatles-Coverband. Es war proppenvoll und wie auch im Cavern, wo wir einem Solo-Auftritt eines Lennon-Barden lauschten, brauchte man nur kurz hineingehen \u2013 schon rann einem der Schwei\u00df den R\u00fccken hinunter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 380px;\" alt=\"Cavern live\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/12_Cavernshow_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Im Cavern trat ein Musiker auf, der ziemlich gut John Lennon-Songs interpretierte<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider war es uns nicht verg\u00f6nnt, das Traveling Wilburys-Tribute zu erleben. Dieser Auftritt war n\u00e4mlich kostenpflichtig und \u2026 ausverkauft! Wieder auf der Mathew Street sahen wir, wie sich immer mehr Menschen durch die schmale Gasse dr\u00e4ngten. Nebenbei griff ein zahnloser \u00e4lterer Herr seine gammelige Gitarre und gab ein \u201eI Should Have Known Better\u201c zum Besten. Gegen Mitternacht war es wohl, als wir in der Kellerbar unseres \u201eStrawberry Fields Hotel\u201c ersch\u00f6pft auf Barhocker und Sessel sanken und uns noch ein paar von Pete gezapfte Lager genehmigten. Ob es die M\u00fcdigkeit war oder nicht, Marino wirkte entgegen seinem Naturell ein wenig still und in sich gekehrt. Vielleicht war er m\u00fcde, vielleicht war er dabei, das Erlebte zu verarbeiten oder vielleicht war er auch etwas wehm\u00fctig, dass es am n\u00e4chsten Tag f\u00fcr ihn wieder nach Deutschland gehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so war es dann auch: Martin und ich brachten am n\u00e4chsten Morgen Heidi (die weiter nach London reiste) und Marino zum Flughafen nach Manchester und verabschiedeten uns doch irgendwie schweren Herzens. Da wir schon mal in der Gegend waren, beschlossen Martin und ich uns Manchester anzusehen. Das Auto lie\u00dfen wir im Parkhaus und fuhren ganz unkompliziert per Zug vom Flughafen direkt ins Zentrum, Manchester Picadilly Station. Nur 15 Minuten waren wir unterwegs und stiegen dann aus um nur wenige hundert Meter weiter einen abenteuerlichen Secondhand-Laden unter die Lupe zu nehmen. Abertausende von B\u00fcchern, Schallplatten, Magazinen (nebst Schmuddel-Ecke) t\u00fcrmten sich hier in Regalen, Fu\u00dfboden und wo sonst noch ein Quadratzentimeter Platz war. Mitgenommen haben wir dann doch nichts, da die Dinge, die uns interessant erschienen, dann doch zu schlecht erhalten waren. Oder auch, wie im Fall von Martin, der einen UK-Charts-Almanach suchte, nicht aktuell genug. Daf\u00fcr haben wir dann wieder bei HMV Geld ausgegeben. Lohnenswert war auch die Fahrt mit dem Riesenrad (\u201eManchester Wheel\u201c) mitten in der City.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Manchester Wheel\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/13_Manchester_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Blick vom Riesenrad auf die Manchester Cathedral<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei solch einem guten \u00dcberblick sahen wir schnell, dass Manchester keine sch\u00f6ne Stadt ist. Doch wir erblickten einen kleinen Teil des alten Manchester, und zwar in einem \u00fcberschaubaren Bereich rund um die Manchester Cathedral. Das sah wirklich sehr pittoresk aus und weil es ganz in der N\u00e4he des Riesenrads lag, waren wir auch schnell dort. Auch wenn Manchester nicht so sch\u00f6n ist, haben wir diesen Ausflug sehr genossen. Vielleicht auch deshalb, weil er uns auch eine angenehme Abwechslung zum restlichen Reiseprogramm verschaffte. Nach einem Blick ins beatlesm\u00e4\u00dfig nicht gerade umwerfende Hard Rock Caf\u00e9 und einem wohlschmeckenden Men\u00fc im Pizza Hut setzten wir uns wieder in den Zug und fuhren anschlie\u00dfend nach Blackpool, wo wir in kleinem Kreis in Martins Geburtstag hineinfeierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Samstag wollten wir uns in Liverpool einige Beatles-St\u00e4tten zu Fu\u00df ansehen. Das erste gro\u00dfe Highlight war sicherlich unser Besuch im \u201eJacaranda\u201c. Dieses damals vom ersten Beatles-Manager Alan Williams gef\u00fchrte Lokal war zu Pre-Fab-Four-Zeiten nicht nur ein Stamm-Pub der Beatles, sie spielten dort auch ein gutes Dutzend Mal. Das Besondere: Im Keller befindete sich ein von John Lennon und Stuart Sutcliffe gestaltetes Wandbild. Zuerst war die Kellert\u00fcr verschlossen, doch als die Wirtin sah, dass da eine Horde Beatles-Fans mit Tr\u00e4ne im Knopfloch durch die Mini-Glasscheibe sp\u00e4hten, wurde uns das Allerheiligste des \u201eJacaranda\u201c ge\u00f6ffnet. Hier konnten wir dann nach Herzenslust fotografieren oder ganz einfach nur den Hauch der Beatles-Historie einatmen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Jacaranda au\u00dfen\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/14_Jacaranda_1_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Das &#8222;Jacaranda&#8220; von au\u00dfen<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Jacaranda Wandbild\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/14_Jacaranda_2_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Dieses Wandbild sollen Stuart Sutcliffe und John Lennon gemalt haben<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Sascha als Nicht-Fan war es nun genug mit Beatles. So setzte er sich nach dem \u201eJacaranda\u201c mit Sunny von uns ab. F\u00fcr uns aber ging es ohne Gnade weiter, vorbei an der Liverpool Cathedral (wo Paul einst als Junge beim Vorsingen f\u00fcr den Chor durchfiel und 1991 die Urauff\u00fchrung des \u201eLiverpool Oratorio\u201c stattfand), zum College Of Art und gleich daneben zum ehemaligen Liverpool Institute. In diesen beiden Geb\u00e4uden wurden vier Beatles ausgebildet. Im College Of Art studierte Stuart, w\u00e4hrend John eher andere Dinge im Kopf hatte und hier unter anderem seine sp\u00e4tere Frau Cynthia kennen lernte. Im benachbarten Liverpool Institute gingen George und Paul zur Schule. Mittlerweile ist das Liverpool Institute noch enger mit Paul McCartney verbunden, der an diesem Ort eine renommierte K\u00fcnstler-Talentschmiede ins Leben rief. Im \u201eLiverpool Institute Of Performing Arts\u201c gibt McCartney auch heute noch wenige, aber regelm\u00e4\u00dfig stattfindende Kurse. Wir hatten sogar das Gl\u00fcck, das Geb\u00e4udeinnere zu besichtigen. Im \u201ePaul McCartney Auditorium\u201c ging gerade eine Auktion von Beatles-Artikeln zu Ende. Das scherte uns nicht weiter, wir waren nur froh, das LIPA mal von innen begutachten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 444px; height: 600px;\" alt=\"LIPA McCartney Auditorium\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/15_LIPA_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Das &#8222;Paul McCartney Auditorium&#8220; im LIPA<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere n\u00e4chste Station, der Kunststudenten-Pub \u201eYe Cracke\u201c (John, Cynthia und Stuart kehrten hier oft ein) hat wie auch das \u201eJarcaranda\u201c einen direkten Erdbeerfelder-Bezug, denn zwei unserer Unter-Foren tragen diese Namen. Im \u201eYe Cracke\u201c macht ein Gro\u00dfteil des Interieurs den Eindruck, als h\u00e4tte sich hier in den letzten 50 Jahren kaum etwas ver\u00e4ndert. Jede Tischplatte war \u00fcbers\u00e4t von eingekerbten Initialen und Spr\u00fcchen. So habe ich uns auch mit unserer Webadresse verewigt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Ye Cracke\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/16_Ye_Cracke_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Sebastian, Karsten und Martin vor dem &#8222;Ye Cracke&#8220; (links Julia und Nadja)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem wir dort unsere Getr\u00e4nke geleert hatten, gingen wir schon wieder nach drau\u00dfen, um auf unser \u201eFab Four Taxi\u201c zu warten. Diese auf Beatles-Pl\u00e4tze spezialisierten Taxis gibt es mehrfach in Liverpool. Wir nun heuerten eines davon an um ganz gezielt bestimmte Orte anzusteuern. Die Gr\u00e4ber von Stuart Sutcliffe und Brian Epstein waren leider zu weit au\u00dferhalb, aber trotzdem wurden uns noch ein paar Herzensw\u00fcnsche erf\u00fcllt. Wir sahen das Maternity Hospital (wenn es keine Gedenktafel g\u00e4be, k\u00e4me man nicht darauf, dass hier John Lennon geboren wurde), Ringos Viertel, \u201eDingle\u201c genannt (inklusive des auf Ringos Soloalbum \u201eSentimental Journey\u201c abgebildeten \u201eEmpress Pub\u201c), das \u201ePalmhouse\u201c (ein Refugium f\u00fcr den jungen George Harrison, wann immer er sich zur\u00fcckziehen wollte), Penny Lane, 9 Newcastle Road (wo John Lennon die ersten vier Lebensjahre verbrachte), St. Peter\u2019s Church (Schauplatz der ersten Begegnung von John und Paul), Beaconsfield Road (\u201eStrawberry Field\u201c \u2013Tor), 12 Arnold Grove (noch einmal Georges Geburtshaus) und schlie\u00dflich 4 Rodney Street (Brian Epsteins Geburtsthaus). Sehr eindrucksvoll war St. Peter\u2019s Church, dort, wo das schicksalhafte erste Treffen zwischen zwei Jugendlichen namens John Lennon und Paul McCartney stattfand. Was ein Gemeindefest so alles in Bewegung setzen kann \u2026 Wahnsinn! Auf dem Friedhof der St. Peter\u2019s Church dann nat\u00fcrlich auch der Grabstein von Eleanor Rigby. Nebenbei erfuhren wir von unserem Taxifahrer (der einige erstaunliche Geschichten zu berichten wusste), dass hier auch Tante Mimis Ehemann George, Johns Onkel und Vaterersatz, beigesetzt wurde. Seinen Namen kann man auf dem Grabstein allerdings kaum noch erkennen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 450px; height: 600px;\" alt=\"Empress Pub\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/17_Empress_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Der &#8222;Empress Pub&#8220; &#8211; bekannt durch Ringos Album &#8222;Sentimental Journey&#8220;; rechts davon Admiral Grove, wo Ringo seit dem Alter von sechs Jahren bis zum Durchbruch der Beatles lebte<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Penny Lane barber shop\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/18_pennylane_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die spanische Beatles-Coverband, die wir zuvor noch im Cavern Pub gesehen hatten, posiert vor dem ber\u00fchmten Barbershop aus McCartneys Song &#8222;Penny Lane&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"St. Peter's Church Hall\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/19_StPeter_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Die Keimzelle der Beatles-Historie: St.Peter&#8217;s Church Hall<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 450px; height: 600px;\" alt=\"Eleanor Rigby's Grave\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/20_Eleanors_Grave_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Auf dem Friedhof der St.Peter Gemeinde befindet sich die Grabst\u00e4tte einer gewissen Eleanor Rigby<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 18:30 Uhr waren wir mit Karsten am Auto verabredet. Karsten hatte sich vor der Taxi-Tour von uns verabschiedet um den Rummel in der Mathew Street mitzumachen und war immer noch ein bisschen stinkig, weil er sich von Cavern etc. loseisen musste. Schlie\u00dflich ging es ihm ja nicht um den Kult, sondern um die Musik \ud83d\ude09 Aber Karsten war auch derjenige, der noch w\u00e4hrend der Heimreise kaum aufh\u00f6rte, davon begeistert zu erz\u00e4hlen, was er mit uns am Samstagabend erlebt hat. Ich wollte n\u00e4mlich unbedingt um 20:00 Uhr in unserem Blackpooler Hotel sein, da sich f\u00fcr diese Zeit der McCartney Doppelg\u00e4nger Neil Tudor angek\u00fcndigt hatte. Tudor gibt im November im \u201eStrawberry Fields Hotel\u201c zwei Konzerte und wollte sich die Gegebenheiten vor Ort schon einmal ansehen. Zudem steht er in privatem Kontakt mit Pete und Trisha. Nun ist Neil Tudor nicht irgendein Doppelg\u00e4nger, sondern wurde z.B. von McCartneys Keyboarder Paul \u201eWix\u201c Wickens f\u00fcr dessen Geburtstagsfeier angeheuert und sogar McCartneys Management bestellte Tudor ans Set zum Dreh von Pauls Video \u201eDance Tonight\u201c. Etwas sp\u00e4ter als angk\u00fcndigt traf er dann ein, und war wohl selbst ein wenig \u00fcberrascht, hier von einer Fan-Delegation aus Deutschland erwartet zu werden. Fast wie beim echten Paul h\u00f6rten die Kameras nicht auf zu klicken. Aber er war ganz \u201eMcCartney-like\u201c locker drauf und beantwortete nicht nur alle Fragen, die wir hatten, sondern sang auf der B\u00fchne zur Gitarre noch einige Songs aus seinem Repertoire. Am Schluss dann sogar ein Geburtstagsst\u00e4ndchen f\u00fcr Martin. Als wir den Liverpooler Erdbeeren von unserem geplanten Abend mit Neil Tudor erz\u00e4hlten, kam Sebastian auf die glorreiche Idee, den McCartney-Klon doch mal in das Erdbeerfelder T-Shirt hineinschl\u00fcpfen zu lassen. Neil kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, machte aber auch diesen Spa\u00df mit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 450px;\" alt=\"Ansgar und Neil Tudor\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/21_Bell_Tudor_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Ansgar und der falsche Paule Neil Tudor<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu sp\u00e4ter Stunde folgten Martin, Karsten und ich Neil noch zu seinem Auftritt etwas au\u00dferhalb von Blackpool. Das \u201eBroadwater Holiday Centre\u201c in Fleetwood war dann ein kurioses Erlebnis, das unserer turbulenten Woche die Krone aufsetzte. Wir gerieten in einen riesigen Saal auf dem Gel\u00e4nde eines Campingplatzes. Dieser Raum war randvoll mit Herrschaften zwischen 50 und 80. Bingo wurde gepielt. Dann tr\u00e4llerte eine Alleinunterhalterin namens Vicki B. Gassenhauer wie \u201eStop! In The Name Of Love\u201c, bevor es dann mit einer Raffle (Lotterie) weiterging. Wir kamen uns reichlich deplatziert vor, genossen aber die Situation und waren in bester Am\u00fcsierlaune. Indessen hatte Neil sein Equipment installiert, seine Gitarren und Bass gestimmt. Ich fragte ihn noch, ob er denn ab und zu seine Setlist ver\u00e4ndert und dem Publikum anpasst. Der Altersdurchschnitt im Broadwater sei ihm auch aufgefallen und ja, er w\u00fcrde wohl nur zwei, drei Rocker bringen. Aber diesen Vorsatz schien er vergessen zu haben, als er loslegte. Wir waren dann doch angenehm \u00fcberrascht, dass er Songs wie \u201eGet Back\u201c, \u201eJet\u201c, \u201eBand On The Run\u201c, \u201eI Saw Her Standing There\u201c sang und spielte. Auch waren St\u00fccke zu h\u00f6ren, um die Paul McCartney bei seinen Liveshows leider immer noch einen Bogen macht. Allen voran \u201eSilly Love Songs\u201c.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 402px;\" alt=\"Neil Tudor live\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/22_Tudo_onstage_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Neil Tudor bei der Arbeit<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Neil Tudor sein doch recht langes Set beendet hatte, war klar: Dieser Mann muss hart arbeiten, um seine Br\u00f6tchen zu verdienen. Sein gro\u00dfes Plus ist sicher die optische N\u00e4he zu McCartney. Die stimmlichen F\u00e4higkeiten sind allerdings doch manchmal sehr limitiert. Ich will ihn jedoch auch nicht schlecht machen, sondern denke, dass Konzerte mit Neil Tudor f\u00fcr alle irgendwie doch sehr unterhaltsam sind. Auftritte wie der im Broadwater sind hingegen sicher nicht sonderlich motivierend. Ihm merkte man das aber nicht wirklich an. Am Ende halfen wir Neil, die Ausr\u00fcstung in seinen Van (ein ausgemustertes Postauto) zu packen und fuhren ihm hinterher zur\u00fcck zum Hotel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Morgen war unser Abreisetag. Zun\u00e4chst mal Fr\u00fchst\u00fcck mit \u201ePaul McCartney\u201c am Nebentisch. Es war schon lustig. Schlie\u00dflich holten Karsten, Martin und ich unsere Sachen aus dem Zimmer, verabschiedeten uns von Pete, Trisha und Neil und stiegen ins Auto. Martins Maschine ging schon in den Mittagsstunden, so dass Karsten und ich noch recht viel Zeit bis zum Einchecken hatten (unser Flugzeug sollte planm\u00e4\u00dfig um 20:10 Uhr starten). Den Mietwagen gaben wir nach rund 630 gefahrenen Meilen unversehrt ab und dann machten wir\u2019s wie am Freitag: Wir nahmen den Zug ins Zentrum und bummelten durch Manchester. Viele Gesch\u00e4fte hatten noch auf, so dass es uns gar nicht langweilig wurde. Im Aldi(!) kaufte ich noch als Mitbringsel Clotted Cream und eine Packung Shortbread (ich liebe das Zeug).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" style=\"width: 600px; height: 434px;\" alt=\"Wellington Inn\" src=\"http:\/\/www.ewetel.net\/%7Eansgar.bellersen\/bilder\/23_Wellington_Inn_2.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Hier, im Wellington Inn, g\u00f6nnten Karsten und ich uns noch eine warme Mahlzeit<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit ordentlicher Versp\u00e4tung hob unsere Maschine dann am Abend ab und brachte uns sicher zur\u00fcck nach Hamburg. Nachdem Karsten und ich uns verabschiedet hatten, nahm ich mir noch ein Taxi, das mich zu meinem in irgendeiner Stra\u00dfe parkenden Auto brachte. Um ungef\u00e4hr 2:00 Uhr war ich zu Hause. Ersch\u00f6pft, mit dem Kopf voller Eindr\u00fccke und der Erinnerung an wunderbare Tage, die ich mit sehr lieben Leuten genie\u00dfen durfte. 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